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Wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr: Ex-Chef der Hypo Alpe Adria verhaftet

Wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr : Ex-Chef der Hypo Alpe Adria verhaftet

Der ehemalige Vorstandschef der Kärntner Bank Hypo Group Alpe Adria, Wolfgang Kulterer, ist am Freitag in Klagenfurt festgenommen worden. Gegen ihn wird wegen Untreue ermittelt. Die Staatsanwaltschaft begründete die Festnahme einem Bericht der österreichischen Nachrichtenagentur APA zufolge unter anderem mit Flucht- und Verdunkelungsgefahr.

Parallel zur Festnahme Kulterers gab es am Freitag in Kärnten und Wien zehn Hausdurchsuchungen. Durchsucht wurden dem Bericht zufolge unter anderem die Wohnung des 56-jährigen Bankers und das Büro des ehemaligen Vorstands Josef Kircher, gegen den ebenfalls ermittelt wird. Insgesamt werden derzeit im HGAA-Verfahren 40 Beschuldigte geführt.

Die Hypo Group Alpe Adria (HGAA) war 2007 von der Bayern LB übernommen worden, zu den Umständen der Übernahme laufen auch in Deutschland Ermittlungen.

Kulterer leitete die Bank von 1992 bis 2006, er musste nach dem Auffliegen von nicht in der Bilanz verbuchten Verlusten in Höhe von 328 Millionen Euro im Sommer 2006 seinen Hut nehmen. Im Herbst 2008 wurde er wegen Bilanzfälschung zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. Seit Dezember 2009 ermittelt die Justiz im Fall HGAA wegen des Verdachts der Untreue. Neben Kulterer stehen auch einige andere Bankmanager unter Verdacht.

APA zufolge geht es vor allem um fragwürdige Grundstücks- und Immobiliengeschäfte in Südosteuropa geht. Die Verdächtigen sollen dabei Millionen zu Lasten der Bank kassiert haben, die im Dezember 2009 notverstaatlicht werden musste. Damals gab auch die bayerische Landesbank ihren Mehrheitsanteil an der HGAA zum symbolischen Preis von einem Euro an Österreich ab. Die BayernLB hatte die Mehrheit an dem Institut 2007 übernommen und damit insgesamt 3,7 Milliarden Euro in den Sand gesetzt.

(apd/top)