EVG kritisiert Zugeständnisse der Bahn an GDL

Tarifstreit : EVG kritisiert Zugeständnisse der Bahn an GDL

Im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn wirft die Gewerkschaft EVG dem Konzern vor, vor der konkurrierenden Lokführergewerkschaft GDL einzuknicken. Unter diesen Umständen bliebe auch der EVG nichts anderes übrig, als zu streiken.

Der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Alexander Kirchner, sagte dem "Handelsblatt" vom Dienstag, die Bahn zwinge seine Gewerkschaft in ein "Korsett", das "uns nicht passt". Zwar sei die EVG grundsätzlich bereit, "Macht mit der GDL fair zu teilen". Wenn sich die GDL allerdings Kooperationen verweigere und die Bahn diesem Druck nachgebe, bleibe auch der EVG nichts anderes übrig, als zu streiken.

In dem festgefahrenen Tarifstreit geht es vor allem auch um die Frage, welche Gewerkschaft für welche Berufsgruppe mit der Bahn Tarifverhandlungen führen darf. Derzeit verhandelt die Bahn sowohl mit EVG und GDL, der Konzern will unterschiedliche Tarifverträge für gleiche Berufsgruppen aber auf jeden Fall vermeiden.

Vor einigen Tagen hatte die Bahn vorgeschlagen, neben Lokführern und Zugbegleitern stufenweise weitere Berufsgruppen in die Verhandlungen mit der GDL einzubeziehen. Dabei sollten konkurrierende Regelungen weiter vermieden werden. Damit sei die Bahn auf maßgebliche Forderungen der GDL eingegangen, hieß es.

Die EVG will am Mittwoch darüber entscheiden, ob sie am 12. Dezember mit der Bahn weiter verhandelt oder ob nun auch die EVG-Mitglieder in den Ausstand treten. Kirchner sagte dazu, dass seine Gewerkschaft nicht um die Macht bei der Bahn streiken würde, sondern "für Forderungen nach besserer Bezahlung und einer sozialen Komponente". Allerdings wehrt sich der EVG-Vorsitzende dagegen, dass einzelne Berufsgruppen ihre Interessen durchsetzen. Dann würden auf Dauer nicht einmal mehr große Gewerkschaften wie Verdi oder IG Metall in der Lage sein, "in Krisenzeiten mit Tarifpolitik Beschäftigungssicherung zu gestalten", sagte er der Zeitung.

(AFP)
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