250 Flüge fallen aus Eurowings-Piloten streiken am Donnerstag

Frankfurt am Main · Nach einer weiteren ergebnislosen Verhandlungsrunde ist klar: Die Piloten von Eurowings streiken. Die Hälfte der 500 geplanten Flüge soll am Donnerstag ausfallen.

 Ein Airbus A319 der Fluggesellschaft Eurowings steht am Düsseldorfer Flughafen an einem Terminal.

Ein Airbus A319 der Fluggesellschaft Eurowings steht am Düsseldorfer Flughafen an einem Terminal.

Foto: dpa/Marcel Kusch

Fluggäste von Eurowings müssen sich am Donnerstag auf Ausfälle und Verspätungen ihrer Flüge einstellen. Wegen eines Streiks der Pilotinnen und Piloten bei der Lufthansa-Tochter soll rund die Hälfte der geplanten gut 500 Flüge ausfallen, wie die Airline am Mittwoch mitteilte. Den Streik verurteilte sie als „unverhältnismäßig und unverantwortlich“ - die Gewerkschaft VC sieht hingegen keine andere Möglichkeit, um Forderungen nach einer Entlastung der Beschäftigten durchzusetzen.

„Einsatzzeiten bis zum Maximum können kein Dauerzustand sein“, kritisierte die Vereinigung Cockpit (VC) bei ihrem Streikaufruf. Die zentrale Forderung der Gewerkschaft sei eine Entlastung der Pilotinnen und Piloten, etwa durch die Reduzierung der maximalen Flugdienstzeiten und die Erhöhung der Ruhezeiten. Der Ausstand soll in der Nacht zum Donnerstag um Mitternacht beginnen und 24 Stunden dauern.

Grund für den Arbeitskampf seien die „gescheiterten“ Verhandlungen zum Manteltarifvertrag. Insgesamt zehn Verhandlungsrunden hätten zu „keiner nennenswerten Annäherung geführt“. Der Manteltarifvertrag besteht demnach seit 2015 ohne Anpassungen - seitdem sei aber die Arbeitsbelastung „erheblich gestiegen“.

Dem Eurowings-Management warf VC-Sprecher Matthias Baier „mangelndes Entgegenkommen“ und fehlenden Lösungswillen vor. „Es reicht nicht, am Verhandlungstisch zu sitzen.“ Die Gewerkschaft sei weiterhin offen für Gespräche.

Die Eurowings-Geschäftsführung kritisierte die Forderungen der Gewerkschaft als „maßlos“: „Trotz zweier anstehender Gehaltserhöhungen in den nächsten vier Monaten von deutlich mehr als zehn Prozent fordert die VC 14 zusätzliche freie Tage im Jahr sowie eine Absenkung der maximalen Wochenarbeitszeit um fünf Stunden“, erklärte Finanz- und Personalchef Kai Duve. Dies würde 20 Prozent der Eurowings-Flüge „unmöglich machen“. Dafür zu streiken sei „völlig unverhältnismäßig und unverantwortlich“.

Die Airline will trotz des Streiks am Donnerstag „rund die Hälfte“ ihrer geplanten Flüge anbieten. „Eurowings unternimmt alles, um die Auswirkungen der Streikmaßnahmen für Fluggäste so gering wie möglich zu halten“, teilte die Lufthansa-Tochter mit. Planmäßig hat Eurowings am Donnerstag 516 Flüge im Programm.

Betroffen von dem Streikaufruf sind nur die Flüge von Eurowings Deutschland, nicht die von Eurowings Europe. Die Airline kann zur Aufrechterhaltung des Flugbetriebs außerdem auf Partner der Lufthansa Gruppe zurückgreifen.

Fluggästen riet die Airline, sich fortlaufend über den Status ihres Flugs auf eurowings.com oder über die Eurowings-App zu informieren. Bis Mittwochnachmittag würden alle über Alternativen informiert, deren Flüge nicht stattfinden können.

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(mzu/AFP)
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