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Ver.di kritisiert Bundesbank: Euro-Scheine erstmals im Ausland gedruckt

Ver.di kritisiert Bundesbank : Euro-Scheine erstmals im Ausland gedruckt

München (RPO). Die Bundesbank will offenbar erstmals in ihrer Geschichte Euro-Geldscheine im Ausland drucken lassen. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di sagte am Donnerstag, die bisherigen Stammdruckereien der deutschen Euro-Banknoten seien bereits über die bevorstehende Vergabe der Aufträge ins Ausland informiert worden. Diese solle am 2. August beginnen.

Demnach geht die staatliche Bundesdruckerei in Berlin für die Druckorders 2011 komplett leer aus, der Münchener Konzern Giesecke & Devrient (G&D) soll nur noch die Hälfte produzieren. "Damit sind an den beiden Standorten Berlin und München 400 Arbeitsplätze gefährdet", warnte ver.di. Der Bundesdruckerei und G&D riet sie zu juristischen Schritten gegen den Beschluss. G&D wollte sich mit Verweis auf die laufende Ausschreibung nicht äußern.

Der Gewerkschaft zufolge gehen zwei von drei Auftragstranchen an die niederländische Royal Joh. Enschede und die französische Oberthur. Die Bundesbank berief sich auf Anfrage auf Vergaberegeln der Europäischen Union. "Bei der diesjährigen Ausschreibung der Bundesbank konnten die Gebote der Bundesdruckerei zum ersten Mal nicht berücksichtigt werden", teilte die Zentralbank mit. Wer die Bestellungen erhalten werde, wollte die Bundesbank noch nicht sagen.

Die Gewerkschafter kritisierten die Ausschreibung als unnötig, da die meisten anderen Euro-Länder die Druckaufträge anders vergeben. Die Bundesbank wies die Kritik zurück: Einige Nationalbanken verfügten wie Italien oder Frankreich über eigene Druckereien und müssten daher die Orders nicht öffentlich feilbieten. Sieben kleinere Notenbanken hätten ein gemeinsames EU-Ausschreibungsverfahren.

(RTR)