EU bereitet Vergeltungsmaßnahmen gegen mögliche neue US-Zölle vor

Drohende US-Zölle auf Autos : EU bereitet Vergeltungsmaßnahmen vor

Die EU-Kommission warnt US-Präsident Trump vor der Verhängung von Strafzöllen auf europäische Autos. Die Brüsseler Behörde bereitet Vergeltungsmaßnahmen vor.

Wenige Tage vor einem Krisentreffen zum Handelsstreit hat die Europäische Union US-Präsident Donald Trump eindringlich vor einer weiteren Eskalation gewarnt. Sollten die USA Sonderzölle auf Autoimporte aus Europa erheben, wäre dies verheerend und würde eine neue düstere Wirklichkeit schaffen, sagte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström am Donnerstag bei einer Veranstaltung der Stiftung German Marshall Fund. Sie warnte, gemeinsam mit den Mitgliedstaaten werde bereits an einer Liste mit US-Produkten gearbeitet, auf die Vergeltungszölle verhängt werden könnten.

Nach einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ könnten die Zusatzabgaben zum Beispiel auf amerikanische Pharma- und Chemieerzeugnisse sowie auf Kohle erhoben werden. In EU-Kreisen wurde dies bestätigt.

Malmström machte deutlich, dass die neuen Vergeltungsmaßnahmen ein ganz anderes Ausmaß haben würden als diejenigen, die in Reaktion auf die US-Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte beschlossen worden waren. Von diesen seien nur EU-Exporte im Wert von 6,4 Milliarden Euro pro Jahr betroffen, sagte sie. Bei Autos und Autoeilen gehe es um Ausfuhren im Wert von 50 Milliarden Euro pro Jahr. Die „Wirtschaftswoche“ berichtet unter Berufung auf Diplomaten, die Vergeltungszölle könnten insbesondere Kohle, Pharma- und Chemieprodukte treffen. Eine entsprechende Liste könne bis August erstellt sein.

Um nach Lösungsmöglichkeiten im Handelsstreit mit den USA zu suchen, reist Malmström in der kommenden Woche gemeinsam mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nach Washington. Am Mittwoch werden die beiden dort von Trump empfangen.

Das Treffen in Washington war im Juni während des G7-Gipfels in Kanada von Juncker vorgeschlagen worden. Der Kommissionschef hofft, dabei zumindest eine weitere Eskalation des von Trump angezettelten Handelskonflikts verhindern zu können. Auf die Einführung von US-Sonderzöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte hatte die EU mit Vergeltungszöllen auf US-Produkte wie Whiskey, Jeans und Motorräder geantwortet. Nun lässt Trump indes auch Sonderzölle auf den Import von europäischen Autos prüfen. Sie würden vor allem die deutsche Wirtschaft deutlich stärker treffen als die auf Stahl- und Aluminium.

(wer/dpa/AFP)
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