Eon will Abstimmung über Uniper-Sonderprüfer angeblich vertagen

Insiderbericht : Eon will Abstimmung über Uniper-Sonderprüfer angeblich vertagen

Insidern zufolge wird die Entscheidung über einen Sonderprüfer beim Energiekonzern Uniper wohl verschoben. Hauptaktionär Eon soll demnach daraufhin arbeiten.

Der ehemalige Uniper-Mutterkonzern Eon, der noch ein Aktienpaket von 46,7 Prozent an dem Versorger hält, wolle sich bei der Uniper-Hauptversammlung in Essen am Mittwoch voraussichtlich für eine Vertagung der entsprechenden Entscheidung stark machen, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen am Dienstag. Dies hatte zuvor bereits die Nachrichtenagentur Bloomberg gemeldet. Auch die Abstimmung über die Entlastung des Uniper-Vorstands solle verschoben werden. Eon und Uniper wollten die Angaben nicht kommentieren.

Eon kommt bei dem Aktionärstreffen als größtem Uniper-Anteilseigner eine entscheidende Rolle zu. Der Energiekonzern hatte seinen Anteil bereits für rund 3,8 Milliarden Euro an die finnische Fortum verkauft, die Transaktion ist aber wegen noch ausstehenden Genehmigungen nicht vollzogen. Der Uniper-Vorstand um Chef Klaus Schäfer stemmt sich gegen eine Übernahme durch Fortum und liegt mit den Finnen im Clinch. Den Sonderprüfer will die Luxemburger Aktionärin Cornwall eingeschaltet sehen. Sie fordert, dass das Verhalten des Uniper-Managements bei dem Fortum-Vorstoß unter die Lupe genommen wird. Hinter dem Antrag für die Hauptversammlung steckt Schäfer zufolge der Hedgefonds Elliott, der nach letzten Angaben mehr als acht Prozent an Uniper hält.

Wird die Entscheidung vertagt, kommt Eon um den Beschluss
über einen Sonderprüfer herum. Denn bei einem späteren Aktionärstreffen könnte die Transaktion in trockenen Tüchern sein - Fortum hat dann das Sagen. Fortum hatte dem Uniper-Management vorgeworfen, aktiv gegen die Transaktion gearbeitet zu haben. Hintergrund ist eine Entscheidung einer russischen Kommission, nach der Fortum zwar die 47 Prozent der ehemaligen Konzernmutter Eon an Uniper übernehmen darf, nicht aber mehr als 50 Prozent. Die Russen hatten als Grund für ihre Entscheidung angegeben, dass Uniper in Russland Kraftwerke betreibe, zu denen auch eine als strategisch wichtig eingestufte Anlage zur Trinkwasser-Aufbereitung gehöre. Investoren und Fonds hoffen darauf, dass Fortum bei einem Ausbau seines Anteils einen höheren Preis zahlen könnte.

(Reuters)
Mehr von RP ONLINE