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Trotz steigender Kosten: E.ON verzichtet auf Gaspreiserhöhung

Trotz steigender Kosten : E.ON verzichtet auf Gaspreiserhöhung

Düsseldorf (rpo). Energieversorger E.ON will seine Gaspreise doch nicht wie erwartet zum 1. Juli erhöhen. Damit reagiert der Branchenführer offenbar auf eine massive Klagewelle von Verbrauchern und politischen Druck aus Berlin und Brüssel. Im Vorfeld war über eine Preiserhöhung angesichts steigender Importkosten spekuliert worden.

Ein Sprecher der Münchner Konzerntochter E.ON Energie sagte der "Berliner Zeitung" (Montagausgabe): "Wir werden bei unseren Regionalversorgern zum 1. Juli definitiv keine Gaspreiserhöhungen vornehmen."

Mehrere Millionen Haushaltskunden der regionalen E.ON-Verteilerunternehmen mit Sitz in Helmstedt, Regensburg, Fürstenwalde, Quickborn, Kassel, Erfurt und Paderborn könnten sich so wenigstens über die Sommermonate hinweg über stabile Gaspreise freuen, heißt es in dem Blatt. Doch im Herbst, spätestens aber zum Jahreswechsel, drohe das böse Erwachen. Dann sei mit Preiserhöhungen auf breiter Front zu rechnen, da sich die Importpreise für Gas deutlich erhöhen.

Seit Jahresbeginn haben sich die Gasimportpreise dem Bericht zufolge bereits um über 13 Prozent erhöht. Bei einer Fortsetzung der Entwicklung könnten die Haushaltspreise für Erdgas ausgerechnet zum Beginn der Heizsaison mit einem Schlag um einen zweistelligen Prozentsatz klettern.

Im Gegensatz zu E.ON hat der Essener RWE-Konzern dem Bericht zufolge bei einem Teil seiner Verteilerunternehmen die Gaspreise in den vergangenen Wochen bereits angepasst, so dass zum 1. Juli Preisanhebungen nur noch bei einem oder zwei RWE-Regionalversorgern anstehen.

Der baden-württembergische Energiekonzern EnBW hatte jüngst ebenfalls eine Anhebung der Gaspreis wegen der deutlich höheren Vorlieferantenpreise zum 1. Juli um netto 0,25 Cent pro Kilowattstunde bekannt gegeben.

(afp)