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Energiekonzern: Eon spart und streicht Stellen

Energiekonzern : Eon spart und streicht Stellen

Düsseldorf (RP). Der Energiekonzern hat ein gewaltiges Sparprogramm aufgelegt. In Großbritannien fallen 450 Stellen weg. Wie viele es in Deutschland sind, ist noch offen. Die Gewerkschaft IG BCE trägt den Umbau mit. Die Dividende soll für 2008 um 9,5 Prozent steigen.

Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon hat ein einschneidendes Sparprogramm auf den Weg gebracht, mit dem er bis zum Jahr 2011 bis zu 1,5 Milliarden Euro sparen will. Erstmals seit langer Zeit sollen auch Stellen wegfallen. "Wir können nicht ausschließen, dass es in einzelnen Bereichen und in begrenztem Umfang zu Personalreduzierungen kommen wird", sagte Eon-Chef Wulf Bernotat. Dabei werde Eon wie in der Vergangenheit alle Möglichkeiten für sozialverträgliche Regelungen nutzen. Unter anderem gibt es bei Eon eine großzügige Altersteilzeit-Regelung.

In Großbritannien will der Konzern 450 Stellen streichen. Wie viel Stellen in Deutschland im Rahmen des "Perform to win" genannten Sparprogramms wegfallen, ist noch offen. Heute stellt Eon dem Konzernbetriebsrat seine Pläne vor.

Die Energie-Gewerkschaft IG BCE stellt Bedingungen für den Umbau. "Es darf keine Entlassungen in den Arbeitsmarkt geben. Falls Stellen gestrichen werden, muss dies sozialverträglich geschehen", sagte IG BCE-Chef Hubertus Schmoldt unserer Zeitung. Grundsätzlich aber begrüßte er das Sparprogramm. "Die Restrukturierung ist nötig und richtig. Da der Konzern aus vielen Unternehmen zusammengesetzt ist, wird manche Arbeit doppelt gemacht", so Schmoldt. Daher mache es Sinn, den Konzern neu aufzustellen.

Im einzelnen will Eon alle Strukturen überprüfen, Doppelarbeit und überflüssige Bürokratie abbauen. Zugleich soll die Auslastungen der Kraftwerke in Skandinavien erhöht, der Vertrieb in Großbritannien verbessert und der Strom- und Gasvertrieb in Deutschland gestrafft werden. Die Maßnahmen betreffen grundsätzlich alle Bereiche. Stellenabbau droht vor allem in Verwaltung und Vertrieb.

An der Börse, die Sparprogramme in der Regel begrüßt, geriet die Eon-Aktie unter Druck und fiel um bis zu drei Prozent. Den Börsianern gefiel es nicht, dass Eon für 2008 Wertberichtigungen von 3,3 Milliarden Euro vornehmen muss. Daran ist die Wirtschaftskrise aber nur zum Teil schuld. Zwar muss der Düsseldorfer Konzern auf seine amerikanische Tochter US-Midwest 1,5 Milliarden Euro abschreiben, da in den USA infolge der Krise die Kapitalkosten gestiegen und die Wachstumsperspektiven schlechter geworden sind. Doch weitere 1,8 Milliarden Euro schreibt Eon auf seine von den Konkurrenten Enel und Endesa erworbenen Unternehmen in Italien, Spanien und Frankreich ab – und dies aus ganz anderen Gründen: Italien hat die Unternehmensteuer kräftig erhöht, die Italiens Globalisierungsgegener als "Robin-Hood-Steuer" feiern. Das schmälert die Abführungen an die deutsche Mutter.

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Trotz der gewaltigen Abschreibungen erwartet Eon, dass das Ergebnis (Ebit) 2008 um sieben bis acht Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist. Auch die Dividende soll wie von Bernotat versprochen zulegen. Eon kündigte an, für 2088 eine Dividende von 1,50 Euro pro Aktie zu zahlen. Das sind 9,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Einen Ausblick für 2009 wagte der Konzern-Chef noch nicht.

(RP)