Gewinneinbruch um 25 Prozent: Eon Ruhrgas verschwindet zum 1. Mai

Gewinneinbruch um 25 Prozent : Eon Ruhrgas verschwindet zum 1. Mai

Das Gas-Geschäft macht Eon neue Sorgen. Erst hatten ungünstige Gas-Lieferverträge mit den Russen für Gewinneinbrüche gesorgt, nun ist es die Sparte Gas- und Öl-Förderung (Exploration & Production, E&P). In den ersten neun Monaten des Jahres war der E&P-Gewinn um 25 Prozent auf 421 Millionen Euro eingebrochen.

Das Gas-Geschäft macht Eon neue Sorgen. Erst hatten ungünstige Gas-Lieferverträge mit den Russen für Gewinneinbrüche gesorgt, nun ist es die Sparte Gas- und Öl-Förderung (Exploration & Production, E&P). In den ersten neun Monaten des Jahres war der E&P-Gewinn um 25 Prozent auf 421 Millionen Euro eingebrochen.

Und für das kommende Jahr sollen die Gas-Manager weitere Gewinne bei der Zentrale abgemeldet haben, wie es in Konzernkreisen heißt. Ursache sind offenbar Schwierigkeiten, die Förderung in dem Gas- und Ölfeld Skarv in der Nordsee vor Norwegen hochzufahren.

Damit wird sich die traditionsreiche Ruhrgas mit wenig Glanz aus der Wirtschaftsgeschichte abmelden. Zum 1. Mai 2013 soll die in Essen sitzende Ruhrgas mit der in Düsseldorf sitzenden Handelstochter Energy Trading verschmelzen. Die neue Einheit wird ihren Sitz in Düsseldorf haben und auf Namen "Eon Global Commodities" hören. Die 1926 gegründete und 2003 von Eon übernommene Ruhrgas ist damit ab Mai Geschichte. Der Eon-Konzern behält noch die Rechte an dem Namen Ruhrgas und will sich beizeiten überlegen, ob und wie er diesen weiter nutzt. Grundsätzlich aber will Eon in allen Bereichen nur noch als Eon auftreten.

Die Lage der Gassparte beschäftigte gestern auch den Eon-Aufsichtsrat, der erstmals seit der Umwidmung von Eon zur Europäischen Aktiengesellschaft in seiner neuen, verkleinerten Zusammensetzung zusammentrat und sich mit der Strategie für 2013 befasste. Der Eon-Vorstand hatte vor kurzem die Gewinn- und Dividenden-Prognose für das nächste Jahr gekippt und damit einen historischen Absturz der Eon-Aktie ausgelöst. Erst im Januar will der Vorstand seine neue Prognose vorlegen. Diese lange Zeit der Ungewissheit, die Börsianer gar nicht mögen, löste Fragen aus. Die Eon-Aktie, die einst 50 Euro wert war, dümpelt weiter unter 14 Euro.

Das Problem von Eon-Chef Johannes Teyssen ist es, eine Strategie zu formulieren, die die Finanzmärkte überzeugt. Von vielen Geschäften in Deutschland musste oder wird Eon sich verabschieden. Die Atommeiler muss der Konzern bis 2022 abschalten. Die meisten Gaskraftwerke rechnen sich nicht mehr, die ersten nimmt Teyssen bereits vom Netz. Und nun verkauft er auch noch deutsche Wasserkraftwerke, also Erzeuger von grüner Energie, um im Gegenzug in der Türkei wieder einsteigen zu können, wo Eon erst vor einiger Zeit ausgestiegen war. Eon sucht das Glück im Ausland und hat sich als Partner große Familienunternehmen gesucht: Batista in Brasilien und Sabanci in der Türkei. Das ist nicht ohne Risiko.

Thema im Aufsichtsrat war gestern auch die Vergütung der Vorstände. Im Frühjahr hatten die großen Unterschiede bei der Zielerreichung zwischen Teyssen und dem Finanzchef auf der einen und den übrigen Vorständen auf der anderen Seite für Unruhe gesorgt. Daraufhin hatte Eon den Ausweis der Vergütungen im Geschäftsbericht geändert. Nun wolle der Aufsichtsrat die Vergütungsregeln noch einmal grundsätzlich angehen, heißt es im Konzern. Aufsichtsratschef Werner Wenning werde, wie in jedem Jahr, mit den Vorständen Gespräche über Zielerreichung und marktübliche Angemessenheit ihrer Gehälter führen. Der Aufsichtsrat will im Frühjahr dann neue Regeln beschließen.

Hier geht es zur Infostrecke: Das ist der Eon-Konzern

(RP)
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