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Gewinn steigt deutlich: Eon profitiert von Gazprom-Einigung

Gewinn steigt deutlich : Eon profitiert von Gazprom-Einigung

Der größte deutsche Energieerzeuger Eon hat im ersten Halbjahr stark von verbesserten Konditionen für den Gasbezug vom russischen Staatskonzern Gazprom profitiert. Der Überschuss sei im ersten Halbjahr auf etwa 3,3 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Gut ein Jahr nach der Energiewende klingeln bei Deutschlands größtem Energieversorger Eon wieder die Kassen. Dank der erfolgreichen Neuverhandlung der Gaslieferpreise mit Gazprom und des Wegfalls der einmaligen Belastung aus dem Kernenergieausstieg erwartet der Konzern im ersten Halbjahr 2012 einen Anstieg des Gewinns um fast 56 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro.

Der nachhaltige Konzernüberschuss soll mit 3,3 Milliarden Euro sogar gut dreieinhalb Mal so hoch ausfallen wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das kündigte der Konzern am Dienstag in einer Ad-hoc-Mitteilung mit.

Eon lässt damit die Talsohle hinter sich, in die der Konzern nach dem Beschluss der Bundesregierung zum Atomausstieg geraten war. 2011 hatte der Konzern - nicht zuletzt wegen der Abschaltung der Kernkraftwerke Isar 1 und Unterweser - erstmals in seiner Geschichte rote Zahlen geschrieben. Unter dem Strich belief sich der Konzernverlust auf fast 1,9 Milliarden Euro.

Neben dem Atomausstieg trugen dazu auch hohe Verluste im Gasgeschäft bei. Denn seine langfristigen, an den Ölpreis gekoppelten Lieferverträge mit den großen Lieferländern wie Russland und Norwegen zwangen den größten deutschen Gasimporteur jahrelang dazu, Preise zu zahlen, die deutlich über dem Marktniveau lagen. Allein im vergangenen Jahr führte dies zu Verlusten von rund 700 Millionen Euro im Gashandel.

Eon-Aktie leicht im Plus

Anfang Juli gelang es Eon jedoch nach langwierigen Verhandlungen, sich auch mit dem russischen Staatskonzern Gazprom als letztem der großen Lieferanten auf günstigere Lieferkonditionen zu einigen und damit das eigene Gasgeschäft wieder wettbewerbsfähig zu machen. Da die neuen Preiskonditionen rückwirkend zum vierten Quartal 2010 gelten, kann sich Eon außerdem über eine erhebliche Rückzahlung freuen, die in diesem Jahr zusätzlichen Glanz in die Bilanz bringt.

Der positive Effekt der Einigung im Gasstreit und der Wegfall der Einmalbelastungen aus dem Kernenergieausstieg würden sich auch in den folgenden Quartalen auswirken, betonte das Unternehmen.

Der Konzern bekräftigte seine im Juli - nach der Einigung mit Gazprom - erhöhte Prognose für das Gesamtjahr. Danach erwartet Eon für 2012 ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen zwischen 10,4 und 11 Milliarden Euro und einen nachhaltigen Konzernüberschuss zwischen 4,1 und 4,5 Milliarden Euro.

An der Börse gewann die Eon-Aktie bis zum Dienstagmittag rund 0,6 Prozent an Wert.

Hier geht es zur Infostrecke: Das ist der Eon-Konzern

(dpa)