Eon macht Wettbewerbshütern weitere Zugeständnisse für Innogy-Deal

Ringen um Innogy-Deal : Eon macht Wettbewerbshütern weitere Zugeständnisse

Der Energiekonzern Eon will sich von Stromkunden trennen, um für die geplante Übernahme der RWE-Tochter Innogy den EU-Wettbewerbshütern weiter entgegen zu kommen.

"Unsere Vorschläge sehen Veräußerungen im ungarischen Stromkunden-Geschäft von Eon und des Strom- und Gaskundengeschäftes von Innogy in der Tschechischen Republik vor", sagte Vorstandschef Johannes Teyssen am Montagabend nach Konzernangaben auf einer Veranstaltung in Berlin. In Deutschland könne Eon das Geschäft mit rund 260.000 Heizstromkunden abstoßen und die Rechte für den Betrieb von 32 deutschen Autobahn-Ladestationen für Elektrofahrzeuge.

Eon und RWE wollen die RWE-Tochter Innogy bis Ende des Jahres zerschlagen. Eon übernimmt das Vertriebs- und Netzgeschäft von Innogy. RWE bekommt im Gegenzug die Ökostromgeschäfte der Tochter und der von Eon. RWE hat für seinen Teil des Deals bereits die Freigabe der EU erhalten.

Einige Wettbewerber in Deutschland haben der EU-Kommission empfohlen, die Pläne der Energieriesen zu untersagen. Diese behinderten den Wettbewerb, argumentieren sie. Eon weist dies zurück. Im Strom- und Gasvertrieb herrsche ein harter Wettbewerb. Der Betrieb der Strom- und Gasnetze sei staatlich reguliert. Die Wettbewerbshhüter haben als vorläufige Frist für die Überprüfung der Pläne den 20. September gesetzt.

"Der nächste Schritt ist der so genannte Markttest, bei dem die EU-Kommission ausgewählte Marktteilnehmer auffordert, zu den Vorschlägen Stellung zu nehmen", sagte Teyssen. Dieser Markttest sei ein Standardverfahren, über das uns die Kommission im Voraus informiert hat. "Die Umsetzung der Vorschläge würde vorbehaltlich des Abschlusses der Innogy-Transaktion, den wir in der zweiten Jahreshälfte erwarten, und, im Falle der Tschechischen Republik, der Entscheidung des Innogy-Vorstands erfolgen."

(felt/Reuters)
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