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E.ON: Eberhard Schomburg - "Der Eon-Umbau darf keine Arbeitsplätze kosten"

Eberhard Schomburg im Interview : "Der Eon-Umbau darf keine Arbeitsplätze kosten"

Konzernbetriebsratschef Eberhard Schomburg spricht im Interview mit unserer Redaktion über den radikalen Umbau des Unternehmens und die Konsequenzen für die Mitarbeiter des Konzerns.

Konnten Sie im Aufsichtsrat guten Gewissens dem radikalen Umbau von Eon zustimmen?

Foto: dpa, tha vbm wst

Schomburg Eon musste handeln. Immer nur sparen und Tafelsilber verkaufen, war keine dauerhafte Lösung. Nun hat der Vorstand die Reißleine gezogen. Und wir als Arbeitnehmervertreter konnten mit einer gemeinsamen Erklärung und Vereinbarung viel für unsere Kolleginnen und Kollegen erreichen. Betriebsbedingte Kündigungen sind faktisch bis 2018 ausgeschlossen, und danach soll es eine Anschlusslösung geben. Das haben wir schriftlich. Deshalb haben wir als Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat dem Umbau nach langer Diskussion zugestimmt.

20 000 Mitarbeiter wechseln in eine neue Gesellschaft. Man hat das Gefühl, dies ist Eons Resterampe. Wie sicher sind hier die Jobs?

Schomburg Für unsere Kolleginnen und Kollegen in beiden Gesellschaften gelten die gleichen Sicherheiten: Wir haben dafür gesorgt, dass beide Unternehmen tarifgebunden bleiben, dass in beiden Unternehmen dieselben Regeln zur Altersversorgung gelten und dass alle Kolleginnen und Kollegen auch nach der Abspaltung ihre Jahre der Betriebszugehörigkeit behalten. Damit haben wir auch für die neue Gesellschaft, die ja mit der konventionellen Erzeugung und Kernkraft das wirtschaftlich riskantere Geschäft hat, viel erreicht.

Wo sitzt die neue Gesellschaft?

Schomburg Es war uns auch wichtig, dass beide Zentralen in der Region Rhein Ruhr bleiben. Auch das wurde uns zugesichert. Als Standort für die neue Gesellschaft bietet sich Essen oder Düsseldorf an, wo Eon ja schon derzeit viele Beschäftigte und attraktive Immobilien hat.

Haben die Arbeitnehmer in den neuen Gesellschaften genug Mitspracherechte?

Schomburg Beide Unternehmen stellen sich als Europäische Aktiengesellschaft mit mitbestimmtem Aufsichtsrat auf. Damit haben wir als Arbeitnehmervertreter Einfluss auf die wichtigen Entscheidungen. Wir werden in beiden Aufsichtsräten dem Vorstand auf die Finger schauen, damit er die gegebenen Versprechen einhält. Der Eon-Umbau darf keine Arbeitsplätze kosten. (anh)

(RP)