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Elon Musk: Teslas-Verkauf einst an Apple geplant gewesen

Software-Riese plant angeblich Elektroauto : Elon Musk wollte Tesla einst an Apple verkaufen

Inzwischen ist Tesla der wertvollste Autokonzern der Welt. 2018 sah das noch anders aus. Damals dachte Tesla-Chef Elon Musk darüber nach, sein Unternehmen an Apple zu verkaufen. Doch laut Musk weigerte Apple sich.

Der Chef des Autobauers Tesla, Elon Musk, hat nach eigenen Angaben einst über den Verkauf seines Unternehmens an den Elektronikkonzern Apple nachgedacht. Er habe sich an den Geschäftsführer von Apple, Tim Cook, gewandt, „um über die Möglichkeit zu sprechen, dass Apple Tesla erwirbt (für 1/10 unseres derzeitigen Werts)“, twitterte Musk am Dienstag (Ortszeit). „Er weigerte sich, das Treffen wahrzunehmen.“

Der Marktwert von Tesla betrug mit Schluss des Börsenhandels am Dienstag 616 Milliarden Dollar. Ein Zehntel wäre 61,6 Milliarden Dollar. Musk veröffentlichte den Tweet, nachdem es Berichte darüber gegeben hatte, dass Apple an der Entwicklung eigener Elektroautos arbeite. Apple wollte keinen Kommentar abgeben.

Musk gab an, er habe das Treffen mit Cook „während der dunkelsten Tage des Modell-3-Programms“ angestrebt. Das ist ein Verweis auf das erste Elektroauto von Tesla, das für den breiten Markt entworfen wurde. Noch 2018 hatte Tesla Probleme dabei, seine Produktionsziele zu erreichen und Gewinn zu machen. Inzwischen macht Tesla Gewinn und erreicht beim Autoabsatz Meilensteine. Die Tesla-Aktien haben in diesem Jahr um 665 Prozent zugelegt. Damit ist Tesla der wertvollste Autokonzern weltweit. Am Montag wurde Tesla in den S&P-500-Index aufgenommen.

Apple peilt Insidern zufolge für 2024 die Einführung eines autonomen Passagierfahrzeugs an, das einen Durchbruch bei der Akku-Technik enthalten könnte. Die 2014 begonnene Entwicklung eines eigenen Autos im Rahmen von „Project Titan“ sei entsprechend weit fortgeschritten, sagten zwei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Ein zentrales Element seien neu entwickelte Akkus, die bei deutlich niedrigeren Kosten mehr Reichweite liefern könnten, sagte eine weitere Person. „Das ist wie das erste Mal, als man ein iPhone sah“, sagte sie zu dem neuartigen Akku.

Bei den Apple-Aktionären kam der Bericht über die Autopläne gut an: Die Papiere legten am Dienstag im vorbörslichen US-Handel um drei Prozent zu. „Wenn Apple einen Durchbruch bei den Batterien geschafft hat, könnte das ein wichtiger Schritt nach vorne sein, weil die Batterie-Kosten zu den Knackpunkten bei der Massenproduktion von Elektroautos gehören“, sagte Amit Daryanani, Analyst bei der Investmentbank-Beratungsfirma Evercore.

Zwei Insidern zufolge dürften Teile des Autos von Zulieferern kommen. Dazu gehörten die Lidar-Sensoren, mit denen das Auto sich ein Bild von der Umgebung mache. Unklar bleibe, wer für die Montage des Fahrzeugs zuständig sein werde. Aus Kreisen verlautete, dass Apple hier mit einem Partner zusammenarbeiten könnte. Ohnehin sei nicht ausgeschlossen, dass die Kalifornier sich am Ende mit einem autonomen Fahrsystem begnügen könnten, das in Autos eines traditionellen Herstellers eingebaut werden würde. Zudem sagten zwei Insider, die Coronavirus-Pandemie könnte zu einer Verzögerung des Pläne bis 2025 oder später führen.

Die Akkus sollen einer der Personen zufolge nach einem neuartigen „Monocell“-Design gebaut werden. Dabei würden die einzelnen Batteriezellen verstärkt und der verfügbare Platz vergrößert. Zudem prüfe Apple den Einsatz der Lithium-Eisenphosphat-Technologie (LFP), bei der die Gefahr einer Überhitzung deutlich geringer sei als bei anderen Lithium-Ionen Akkus.

Apple hatte im Rahmen von Project Titan zunächst den Ansatz verfolgt, ein komplett eigenes Auto zu bauen. Zwischenzeitlich verlagerte der Konzern den Schwerpunkt auf Software. Im Jahr 2018 kehrte der ehemalige Apple-Manager Doug Field von Tesla zum iPhone-Hersteller zurück und entließ ein Jahr später 190 Mitglieder des Titan-Teams. Zwischenzeitlich führte Apple auch Gespräche mit Magna International über die Fertigung eines Autos. Auch eine Stellungnahme von Magna lag zunächst nicht vor.

(sed/hebu/dpa/AP/Reuters)