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Ekkehard Schulz soll RWE-Aufsichtsrat verlassen

Ehemaliger ThyssenKrupp-Chef : Ekkehard Schulz soll RWE-Aufsichtsrat verlassen

Der frühere ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz ist nicht mehr gefragt. Er scheidet aus dem Aufsichtsrat der Bayer AG aus und wird durch Henkel-Erbin Simone Bagel-Trah ersetzt. Das geht aus der Einladung zur Hauptversammlung am 29. April hervor.

Die Amtszeit von Schulz (72) endet mit der Hauptversammlung und wird nicht verlängert, während die Amtszeit von Bayer-Aufsichtsrat Ernst-Ludwig Winnacker (ebenfalls 72) bis 2016 verlängert werden soll.

Beim Energiekonzern RWE läuft Schulz' Mandat noch bis 2016. Jedoch würde Aufsichtsrats-Chef Manfred Schneider es gerne sehen, wenn Schulz früher ausstiege, heißt es in Aufsichtsrats-Kreisen. Zwischen beiden knirsche es. Schulz habe sich über die Ideenlosigkeit der RWE-Spitze mokiert, woraufhin Schneider ihn an das Desaster beim ThyssenKrupp-Stahlwerk in Brasilien erinnert habe.

Es gebe auch bereits einen Favoriten, den Schneider gerne im Aufsichtsrat sähe: Stephan Leithner, Rechtsvorstand der Deutschen Bank. Die Bank war lange im RWE-Aufsichtsrat vertreten, Schneider würde die Tradition gerne aufnehmen. Die RWE-Sprecherin sagte: "Zu Aufsichtsrats-Angelegenheiten äußern wir uns nicht."

Ärger hat Ekkehard Schulz auch bei ThyssenKrupp. Im Werk Duisburg-Hamborn hat der 72-Jährige ein Büro. Dort sei er aber zu stark präsent, heißt es in Konzernkreisen. Einige Mitarbeiter würden ihn weiter als "Chef" ansprechen. Nun werde ein Büro außerhalb gesucht. Der Konzern sagte, dass Schulz gemäß seinem früheren Vertrag Anspruch auf ein Büro bis Januar 2016 habe. Derzeit bereite er den Umzug vor.

Derweil kritisiert Michael Fuchs, Vize-Chef der Unions-Bundestagsfraktion, den geplanten Verkauf der RWE-Gastochter Dea: "Ich hätte es lieber, wenn die in eine andere Richtung verkaufen würden als an die Russen." Die Bundesregierung solle prüfen. RWE betonte, man habe die Regierung im Vorfeld informiert.

(RP)