GM-Topmanager Bob Lutz geht in Ruhestand: Eine Legende der Autowelt tritt ab

GM-Topmanager Bob Lutz geht in Ruhestand: Eine Legende der Autowelt tritt ab

Detroit (RPO). Nach fast 50 Jahren in der Branche geht einer der bedeutendsten Manager der US-Autoindustrie, Bob Lutz, in den Ruhestand. "Meine Arbeit hier ist erledigt", schrieb der 78-jährige GM-Manager in einer E-Mail. Lutz war in zahlreichen Funktionen beim Opel-Mutterkonzern tätig, aber auch bei Chrysler, Ford und BMW.

Zuletzt hatte ihn GM-Konzernchef Ed Whitacre allerdings zum Berater für Produktentwicklung zurückgestuft. Der 78-Jährige hatte eigentlich bereits vor einem Jahr in den Ruhestand gehen wollen, war dann aber noch an Bord geblieben und hatte nach dem Ende des Insolvenzverfahrens von GM im Sommer 2009 die Verantwortung für das Marketing übernommen. Vorher war das Elektroauto Chevrolet Volt unter seiner Zuständigkeit entstanden.

Der ehemalige Marineflieger war 1963 in den Dienst von General Motors getreten und nahm zunächst verschiedene Management-Aufgaben. Er wechselte 1971 zu BMW und ging drei Jahre später zu Ford, wo er die Europaabteilung leitete.

1986 wechselte er zum Autobauer Chrysler, wo er zwölf Jahre dem Vorstand angehörte. Mit Modellen wie dem aggressiven Pickup Ram brachte Lutz die Marke damals nach vorne. Später zurück bei GM brachte er Erfolgsmodelle wie den Chevrolet Malibu und den Cadillac CTS heraus.

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Lutz galt als das Rollenmodell für den Car Guy: So werden in der Autoindustrie Manager bezeichnet, die ihre Begeisterung für das Produkt auch zeigen und ausleben und sich nicht in Zahlen vergraben. Lutz etwa ist ein großer Freund von machtvollen Sportwagen, die Corvette ZR1 mit 638 PS entstand 2008 unter seiner Führung. Auch andere schnelle Fortbewegungsmittel ziehen ihn an: Vor Jahren legte Lutz mit seinem Privathubschrauber eine Bruchland in Detroit hin. Außerdem leistet er sich einen ausrangierten Kampfjet als Hobby.

In den 50er-Jahren diente Lutz als Kampfpilot bei den US-Marines. Von Geburt ist er Schweizer, wanderte aber früh mit seiner Familie in die USA aus. Lutz genoss in der Autoindustrie hohes Ansehen, war aber zugleich nicht unumstritten. Kritiker warfen ihm vor, mit seiner Vorliebe für PS-starke Autos zur Krise von General Motors beigetragen zu haben.

(apd/das)