Kartellbehörde: Edscha darf Karosserie-Sparte verkaufen

Kartellbehörde: Edscha darf Karosserie-Sparte verkaufen

Remscheid (RPO). Der insolvente Automobil-Zulieferer Edschadarf seine Sparte Karosserieprodukte an das spanischen UnternehmenGestamp Automoción verkaufen. Die europäischen Kartellbehördengenehmigten am Freitag die Übernahme der Vermögenswerte derentsprechenden Edscha-Geschäftseinheit, wie das Unternehmen am Montagin Remscheid mitteilte. Die Übernahme ist somit ab 1. April 2010rechtskräftig.

"Damit haben wir die letzte Hürde genommen und denInvestorenprozess zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht", sagteInsolvenzverwalter Jörg Nerlich. Die Karosserie-Sparte von Edschawerde von der langfristig ausgerichteten Unterstützung einesstrategischen Investors profitieren und unter dem Dach von GestampAutomoción schnell zu alter Stärke zurückfinden, erklärte Nerlich.

Weltweit sind in der Edscha-Geschäftseinheit Karosserieprodukterund 4100 Mitarbeiter beschäftigt, 1400 davon an drei Standorten inDeutschland (Remscheid, Hengersberg, Hauzenberg). Mitgetragen wirdder Verkauf der Karosserie-Sparte an Gestamp Automoción auch von denAutomobilherstellern: So wurden inzwischen mit fast allen Kunden derEdscha-Gruppe Verträge unterzeichnet, die die Weiterführungsämtlicher Serien- und Entwicklungsaufträge gewährleisten.

Der Vorstand der Edscha AG hatte am 2. Februar 2009 Antrag aufEröffnung eines Insolvenzverfahrens für die europäischen Standorteder Edscha-Gruppe gestellt. Grund für den Insolvenzantrag waren diemassiv rückläufigen Entwicklungen am weltweiten Automobilmarkt undein deutlich verschlechterter Zugang zu den Kapitalmärkten. DasUnternehmen stellt unter anderem Türscharniere und Faltdächer für dieAutoindustrie her.

Mit einem Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro zählte Edscha2008 zu den 100 größten Automobilzulieferern weltweit. DieGeschäftseinheit Karosserieprodukte erwirtschaftete rund zwei Dritteldes Gesamtumsatzes der Edscha-Gruppe.

(DDP/awei)