Edeka: Wie sich ein Marktleiter hinter seine Angestellten stellt

Nach respektloser Behandlung durch Kundin : So stellt sich ein Edeka-Marktleiter hinter seine Angestellten

Viele Verkäufer können ein Lied von der Respektlosigkeit und Unfreundlichkeit ihrer Kunden singen. Der Marktleiter eines Edeka-Marktes hat sich nun öffentlich an eine Kundin gewandt, die eine Grenze überschritten hatte. Und bekommt tausendfachen Zuspruch.

„Dieser Post geht an die junge Mutter, welche heute vor unserer Fleischtheke mit dem Finger auf die Verkäuferin gezeigt hat und zu ihrem Kind sagte: ‚Wenn Du weiterhin nichts für die Schule lernst, dann stehst Du auch mal dort hinten!’"

So beginnt der Beitrag, den das Team des Edeka-Marktes Werner in Lichtenfels am Mittwoch (29.5.2019) bei Facebook veröffentlicht hat. Bis zum frühen Donnerstagabend hat der Beitrag bereits rund 40.000 Likes und rund 3600 Kommentare bekommen.

Im nächsten Absatz distanziert man sich deutlich von der Äußerung der Mutter, denn „wenn Ihr Kind weiterhin nichts lernt, dann steht es in der Schlange am Arbeitsamt!“ In dem Posting erklärt der Markt, dass die Beschäftigten durchaus alle eine Berufsausbildung, viele sogar Abitur hätten.

Zum Schluss aber bringt es der Beitrag des Marktleiters auf den Punkt: „Einen Abschluss in Empathie und Menschlichkeit, Respekt und Wertschätzung erhält Ihr Kind nicht in der Schule - aber das erledigen wir später gerne für Sie. Falls Ihr Kind doch den Abschluss schafft. Und mit etwas Glück vielleicht dann doch hinter unserer Fleischtheke steht und eine Ausbildung macht. Und Menschen wie Sie dann trotzdem mit einem lächeln bedient.“

In den Kommentaren wird mehrheitlich der Hut vor der Reaktion des Marktleiters gezogen. Gelobt wird vor allem, dass er sich vor seine Angestellten stellt und auf dezente Weise auf die „Defizite“ der Kundin hinweist.

Zuletzt stand der Handelskonzern Edeka selbst in der Kritik wegen eines Videoclips. Darin hatte er zum Muttertag die Rolle der Väter unvorteilhaft dargestellt. In einem Werbespot zum Vatertag hatte der Konzern dann nochmal nachgelegt.

Der neue Spot war deutlich kürzer und weniger angreifbar als der Muttertags-Werbefilm, der als väterfeindlich und sexistisch kritisiert worden war. Er bezieht sich auch stärker auf das Edeka-Geschäft, den Handel mit Lebensmitteln. So stellt zum Beispiel ein Vater seinen Töchtern eine Flasche Edeka-Ketchup auf den Tisch, nachdem die Mutter ihnen Gemüse serviert hat.

(felt)
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