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Edeka-Chef Mosa soll sich über Kartellamt beschwert haben

Schreiben an Bundestagsabgeordnete : Edeka-Chef soll sich über Kartellamt beschwert haben

Edeka-Chef Markus Mosa hat sich einem Zeitungsbericht zufolge bei mehreren Bundestagsabgeordneten über das Bundeskartellamt beschwert.

Die Behörde werde den "Notwendigkeiten der Marktteilnehmer und der Verbraucher nicht gerecht", schrieb Mosa laut "Saarbrücker Zeitung" in einem dreiseitigen Schreiben an den Ernährungsausschuss des Bundestags.

Hintergrund sei, dass die angestrebte Übernahme des Konkurrenten Kaiser's Tengelmann vor einer schwierigen kartellrechtlichen Prüfung stehe. Das Kartellamt hatte Ende September auf Grundlage einer Untersuchung zum Lebensmitteleinzelhandel festgestellt, dass der Markt bereits stark konzentriert sei.

Die Untersuchung gehe an der Wirklichkeit vorbei, schrieb Mosa laut "Saarbrücker Zeitung" an den Ernährungsausschuss. Ziel der Übernahme sei, "die Filialen von Kaiser's Tengelmann nach und nach in die Hände von selbstständigen Edeka-Kaufleuten zu geben". Dies sei für die Beschäftigten auch eine Chance.

Edeka will die 450 Filialen von Kaiser's Tengelmann in Bayern, Berlin und Nordrhein-Westfalen zum 30. Juni 2015 kaufen. Der Marktanteil entspricht den Angaben von Tengelmann zufolge 0,6 Prozent. Der Verkauf ist nur möglich, wenn das Kartellamt ihn genehmigt.

Die geplante Übernahme stößt vielerorts auf Kritik. So zeigte sich Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) besorgt und sprach von einem "problematischen Trend". Die Konzentration im Lebensmittelhandel sei bereits "sehr groß", warnte er. Auch die Monopolkommission bemängelte die wachsende Verhandlungsmacht der großen Unternehmen in der Lebensmittelbranche.

(AFP)