Plattformen-Steuertransparenzgesetz Finanzämter müssen über hohe Gewinne auf Ebay und Co. informiert werden

Berlin · Wer viel Geld auf Plattformen wie Ebay, Etsy, Vinted und Co. verdient, muss das laut Plattformen-Steuertransparenzgesetz dem Finanzamt melden. Die Frist läuft am 31. Januar ab.

Das Logo des Online-Kleinanzeigen-Portals „eBay Kleinanzeigen“ ist auf dem Display eines iPhone SE zu sehen.

Das Logo des Online-Kleinanzeigen-Portals „eBay Kleinanzeigen“ ist auf dem Display eines iPhone SE zu sehen.

Foto: dpa/Silas Stein

Wer regelmäßig viel Geld auf digitalen Plattformen wie Ebay oder Airbnb verdient, muss dem Finanzamt das noch bis zum 31. Januar melden. Das liegt am Plattformen-Steuertransparenzgesetz, das seit Anfang vergangenen Jahres in Kraft ist. Es besagt, dass Online-Marktplätze gesetzlich dazu verpflichtet sind, ihre Verkäufer und deren Aktivitäten den Steuerbehörden zu melden. Das Ziel: Mehr Transparenz bei Transaktionen und weniger entgangene Steuereinnahmen. Doch nicht jeder Privatverkauf ist steuerpflichtig. Darauf weist der Bund der Steuerzahler hin.

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Was ist das Plattformen-Steuertransparenzgesetz?

Das Gesetz mit dem sperrigen Namen verpflichtet Betreiber von Internetplattformen seit 2023 dazu, den Finanzbehörenden Informationen über die Einnahmen von Anbieterinnen und Anbietern auf ihren Plattformen zu melden. Der Gesetzgeber setzte damit eine EU-Richtlinie um.

Wen betrifft das Gesetz?

Übermittelt werden müssen laut Plattformen-Steuertransparenzgesetz die Daten von Verkäufern, die pro Jahr und Plattform mehr als 30 Verkäufe vorgenommen oder mehr als 2 000 Euro Umsatz erwirtschaftet haben. Das gilt für alle digitalen Plattformen, bei denen Waren oder Dienstleistungen vermittelt werden können.

Was ist erlaubt?

Wer gelegentlich Sachen aus dem Keller oder dem Kleiderschrank verkauft, kann schnell über die Grenze von 30 Verkäufen kommen. Steuerrechtlich hat man deswegen trotzdem nicht zwingend etwas zu befürchten. „Wenn es sich um gebrauchte Artikel des täglichen Lebens handelt, darf so viel veräußert werden, wie man will“, sagt Tobias Gerauer von der Lohnsteuerhilfe Bayern. Denn es ist davon auszugehen, dass diese Gegenstände ohne Gewinnerzielungsabsicht veräußert werden – sprich unter dem Neupreis, den der Verkäufer einst dafür gezahlt hat.

Ab wann handelt man gewerblich?

Anders sieht es bei Luxus-Gegenständen aus. Schmuck, Münzen, Antiquitäten und Kunst fielen zum Beispiel nicht unter normale Alltagsgegenstände, so die Lohnsteuerhilfe Bayern. Bei diesen Dingen gilt eine gesetzliche Spekulationsfrist von einem Jahr. Liegen zwischen An- und Verkauf also weniger als zwölf Monate, muss der Gewinn versteuert werden – es sei denn, er beträgt weniger als 600 Euro pro Jahr. Nach Ablauf der Spekulationsfrist sind die Gewinne steuerfrei.

Hinweise auf ein Gewerbe geben übrigens auch Verkäufe mehrerer gleichartiger Gegenstände. Wer etwa fünf Mal denselben Roman verkauft, wird Schwierigkeiten haben, nachzuweisen, dass die Stücke aus dem Bestand des eigenen Bücherregals kommen. Wer für Freunde oder Verwandte etwas in deren Namen verkauft, sollte auch vorsichtig sein, rät die Lohnsteuerhilfe Bayern. Gleiches gilt für Verkäufer, die regelmäßig Neuware veräußern.

Worauf müssen Händlerinnen und Händler sich einstellen?

Wer mit seinen Aktivitäten im steuerlich irrelevanten Bereich bleibt, könnte bei einer ungewöhnlich hohen Anzahl an Verkäufen trotzdem Gefahr laufen, dass das Finanzamt nachhakt, so die Lohnsteuerhilfe Bayern. Um einen ungerechtfertigten Verdacht entkräften zu können, kann es sich lohnen, ein Verkaufstagebuch zu führen. Darin sollten verkaufte Artikel, Markenname, Neu- und Verkaufspreis aufgeführt werden. Denn wer kann sich sonst noch an Verkäufe erinnern, die einige Monate zurückliegen?

(jma/zim/dpa)
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