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Luft- und Raumfahrtkonzern: EADS plant angeblich Abbau Tausender Stellen

Luft- und Raumfahrtkonzern : EADS plant angeblich Abbau Tausender Stellen

Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS könnte im Zuge seines großangelegten Umbaus mehrere Tausend Jobs streichen. Wie die Nachrichtenagentur dpa aus informierten Kreisen erfuhr, plant das Unternehmen nach der Zusammenlegung der Rüstungssparte Cassidian, der Raumfahrttochter Astrium und von Airbus Military zur neuen Sparte Airbus Defence & Space einen Stellenabbau von bis zu 20 Prozent. EADS wollte die Zahl am Mittwoch nicht kommentieren.

Die drei Unternehmen haben zusammen rund 40.000 Beschäftigte, bei einer Quote von 20 Prozent würden demnach 8000 Stellen wegfallen. Dem Vernehmen nach werden die Kürzungen vor allem die Verwaltung, aber auch den Ingenieursbereich betreffen. Vor allem bei Astrium und Cassidian dürfte es nach dem Zusammenschluss einige Funktionen doppelt geben.

"Die Pläne werden am 9. Dezember vorgestellt. Es ist gesetzt, dass wir erst mit den Sozialpartnern reden", sagte ein EADS-Sprecher. Es habe bereits ein Treffen mit Betriebsräten gegeben. Bei diesem seien aber keine Details diskutiert worden: "Es ist noch keine Zahl verabschiedet." EADS-Chef Tom Enders hatte nach dem Scheitern der Fusion mit dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems mehrfach harte Einschnitte angekündigt, um das schwächelnde Rüstungsgeschäft des europäischen Luft- und Raumfahrtriesen wetterfest zu machen.

"So viel steht jetzt schon fest: Ohne harte Maßnahmen wird es nicht gehen", hatte Enders Ende Oktober der "Süddeutschen Zeitung" gesagt. "Um weitere Kosten- und Personalreduzierungen werden wir nicht umhinkommen." In einem ersten Schritt startete EADS einen Umbau - inklusive der Umbenennung in Airbus, dem Namen der größten und wichtigsten Tochter. Die größte Baustelle im Konzern ist die Rüstung.
Sie ist derzeit in der Sparte Cassidian und dem militärischen Teil von Airbus mit dem Programm des Transportflugzeugs A400M gebündelt.

Das Geschäft bekommt - anders als bei der florierenden und satte Gewinne schreibenden Flugzeugtochter Airbus - vor allem Kürzungen der europäischen Regierungen zu spüren, die bei teuren Rüstungsprojekten kräftig sparen. Enders hatte zusammen mit BAE Systems dem eigenen Rüstungsgeschäft Türen zu bislang verschlossenen Märkten wie den USA öffnen und beide Unternehmen schlagkräftiger machen wollen. Aber das Projekt scheiterte vor allem am politischen Widerstand aus Berlin. Danach kündigte Enders an, das Geschäft auf den Prüfstand zu stellen. Die IG Metall plant am 28. November einen Aktionstag an vielen EADS-Standorten, um gegen einen möglichen Jobabbau zu protestieren.

Großaufträge bei der Luftfahrtmesse in Dubai

Unterdessen haben die beiden dominierenden Flugzeugbauer Airbus und Boeing auf der Luftfahrtmesse in Dubai kräftig abgesahnt. Dabei hatte der US-Flugzeugbauer deutlich die Nase vorn. Nach Boeing-Angaben gingen auf der Airshow am Golf (bis 21. November) insgesamt Bestellungen und Verpflichtungen (ohne Optionen) für 342 Flugzeuge mit einem Wert von 101,5 Milliarden Dollar ein. Die EADS-Tochter Airbus sammelte 160 Bestellungen und Kaufabsichtserklärungen über insgesamt 44 Milliarden Dollar (32,5 Milliarden Euro) ein. Davon seien 142 Bestellungen über 40 Milliarden Dollar bereits fest zugesagt, teilte der Konzern am Mittwoch mit.

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Boeing nutzte die Airshow zum Programmstart für den neuen Langstreckenflieger 777-X. Für die modernisierte, spritsparende Version des Kassenschlagers 777, die ab 2020 ausgeliefert werden soll, konnte der Flugzeugbauer zum Start 259 Bestellungen und Verpflichtungen für mehr als 95 Milliarden Dollar nach Listenpreisen verbuchen. Eine wichtige Bestellung für 30 Flieger holte Boeing von Etihad für den Dreamliner 787 herein, der dieses Jahr zeitweilig mit einem Produktionsstopp belegt war.

Auch für Airbus war die Messe äußerst wichtig, weil nach monatelanger Durststrecke erstmals wieder ein Großauftrag für das weltgrößte Passagierflugzeug A380 verbucht werden konnte. Emirates aus Dubai bestellte 50 weitere Maschinen. Etihad, die nationale Fluggesellschaft der Vereinten Arabischen Emirate, orderte zudem 50 Exemplare des neuen Airbus-Langstreckenflieger A350, Konkurrent der 787 und der 777-X.

(dpa)