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Düsseldorf: Tankstellen-Betreiber Aral stellt Bilanz vor

Aral stellt seine Bilanz vor : So viel verdient ein Tankstellen-Betreiber

Das Petit-Bistro wird für die Aral-Tankstellen immer wichtiger. Geld verdienen sie vor allem mit Zigaretten, Snacks und Getränken. Das zeigt die Bilanz des größten deutschen Tankstellen-Betreibers. Außerdem verriet der Aral-Chef, mit welchem System Tankstellen die Preise verändern.

Wenn Tankwarte heute erfolgreich sein wollen, müssen sie denken wie Gastronomen: Wer an der Aral mal eben die Säule 7 bezahlen will, sollte vom freundlichen Kassierer gefragt werden, ob er nicht noch einen Kaffee möchte. Oder vielleicht einen Donut? Die sind gerade im Angebot. "Kunden sollten bei uns an der Tankstelle aktiv angesprochen werden", sagt Aral-Vorstandschef Stefan Brok bei der Präsentation der Jahresbilanz im Düsseldorfer Industrie-Club. So lasse sich der Umsatz deutlich erhöhen.

Und das ist auch nötig. Denn vom Benzinverkauf können Tankstellen-Pächter schon lange nicht mehr anständig überleben. Etwa ein bis zwei Cent verdienen sie pro Liter, ein Großteil der Preise an der Zapfsäule gehen unterdessen in Form von Steuern weiter an den Staat — sinkender Ölpreis hin oder her.

Keiner verkauft so viel Kaffee wie Aral

Umso wichtiger ist für die Tankstellen-Betreiber das Shop-Geschäft. Machte es vor 30 Jahren nur etwa ein Drittel des Umsatzes aus, sind es heute bei Aral knapp zwei Drittel. Gekauft werden vor allem Zigaretten, aber auch Telefonguthaben und Snacks sind beliebt — und mit rund 85.000 verkauften Kaffees pro Tag ist Aral laut Stefan Brok der größte "Coffee to go"-Anbieter in Deutschland.

Arals "Petit Bistro" wird damit immer mehr zur Lebensversicherung der Tankstellen-Pächter. In einzelnen NRW-Städten experimentiert Aral sogar bereits mit kleinen Rewe-Filialen neben der Zapfsäule. An den Tankstellen in Düsseldorf, Köln oder Bochum gibt es für Kunden seitdem nicht nur Snickers und die Hosentaschen-Pizza Carazza, sondern auch Nudeln, Sushi und andere Lebensmittel "Wir erhoffen uns dadurch einen deutlich höheren Umsatz", sagt Stefan Brok. Bis Ende des Jahres soll das Pilotprojekt ausgewertet werden, dann will Aral gemeinsam mit Rewe entscheiden, ob man es fortsetzt.

Im Schnitt verdient ein Tankstellen-Betreiber 60.000 Euro

Parallel zu neuen Projekten optimiert Aral auch sein Tankstellennetz, wie es so schön im Manager-Deutsch heißt. Zwar entstehen weiterhin neue Stationen, wie etwa an der Autobahn-Raststätte Beverbach an der A40, gleichzeitig werden jährlich aber auch bis zu 30 unrentable Standorte geschlossen. Der Trend lässt sich auf den gesamten Tankstellen-Markt übertragen. Die Zahl der Tankstellen sinkt kontinuierlich. Gab es vor 15 Jahren noch rund 16.000 Tankstellen in Deutschland, sind es heute nur noch 14.500 - knapp ein Fünftel gehört davon zu Marktführer Aral.

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Einkömmlich ist das Geschäft an einem guten Standort weiterhin: Im Durchschnitt verdiene ein Tankstellen-Betreiber rund 60.000 Euro im Jahr, verriet Stefan Brok. Speziell zum Ende des vergangenen Jahres dürften viele Betreiber besonders gute Geschäfte gemacht haben, denn die Deutschen fahren wieder mehr Auto als früher. Im Schlussquartal 2014 hat Aral nach eigenen Angaben drei Prozent mehr Benzin verkauft als noch im Vorjahr. Dabei profitierte man natürlich auch von den Bahn- und Piloten-Streiks, die nicht nur mehr Reisende auf die Straße zwangen, sondern auch auf Fernbusse zurückgreifen ließen.

Die Kraftstoffpreise sind laut Aral auf dem Niveau von vor vier Jahren, verändern sich jedoch immer schneller. "Eine Station passt durchschnittlich vier- bis fünfmal am Tag ihre Preise an", sagt Stefan Brok. Dabei hätten drei bis vier Senkungen in der Summe von zehn Cent einer Erhöhung um den gleichen Preis gegenüber gestanden.

(frin )