Düsseldorf: Metro trennt sich von Mehrheit von China-Geschäft

Nach Verhandlungen mit Wumei : Metro trennt sich von Mehrheit an China-Geschäft

Die Metro verkauft Anteile ihres China-Geschäfts an eine Tochter von Wumei. In der Volksrepublik kaufen überwiegend Verbraucher in den Märkten ein. Das passt nicht zu den Umbauplänen des Konzernchefs.

Der Handelsriese Metro verkauft einen Mehrheitsanteil an seinem China-Geschäft an einen Einzelhändler aus der Volksrepublik. Das China-Geschäft gehe an eine Tochter von Wumei – der englische Firmenname lautet Wumart –, teilte der Handelskonzern am Freitag mit. Als Gegenleistung fliessen Metro rund Milliarde Euro zu, zudem erhalten die Düsseldorfer eine Beteiligung von etwa 20 Prozent an der Wumart-Tochter. Auch bei den Verkaufsplänen für die Supermarktkette Real kam Metro voran. Bei den Anlegern kam das gut an: Metro-Aktien notierten mit einem Plus von über zwei Prozent bei 14,67 Euro.

Die Abgabe der Mehrheit am China-Geschäft ist Teil des strategischen Konzernumbaus von Metro-Chef Olaf Koch. Er will den Düsseldorfer Handelsriesen auf das Geschäft rund um die Großmärkte konzentrieren - Gastronomen, Hoteliers und Caterer stehen im Fokus. In China sind es aber vor allem Verbraucher, die in den Metro-Märkten einkaufen. Deshalb hat Koch den Mehrheitsanteil am Geschäft in China sowie die Supermarktkette Real in Deutschland zum Verkauf gestellt.

Metro ist seit 1996 in China vertreten. Aktuell betreibt der Konzern in der Volksrepublik über 90 Märkte - fast so viele wie im deutschen Heimatmarkt. Ein Teil der Immobilien liegt in chinesischen Metropolen und gehört dem Düsseldorfer Konzern, auch das macht das dortige Metro-Geschäft für den Käufer interessant. Der Konzern hatte in den vergangenen Jahren Umsatzzuwächse in der Volksrepublik verbucht. Das Geschäft dort ist zudem profitabel.

Über den Verkauf vor Real mit seinen rund 34.000 Mitarbeitern verhandelt Koch mit einem Konsortium rund um den Immobilien-Investor Redos. Der Investor hat seine Übernahme-Pläne beim Kartellamt angemeldet. Die Behörde gab die Transaktion einem Sprecher zufolge nun ohne Auflagen frei. Redos will Real im Kern erhalten, einen Teil der Filialen soll aber an Wettbewerber verkauft werden. Einzelhändler wie Edeka, Rewe oder auch Kaufland könnten hier zugreifen. Über diese weiteren Schritte muss das Kartellamt ebenfalls entscheiden.

(atrie/dpa)
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