Düsseldorf: Gebäudereiniger Clemens Kleine meldet Insolvenz an

Düsseldorfer Familienunternehmen : Gebäudereiniger Clemens Kleine meldet Insolvenz an

Der Düsseldorfer Gebäudereiniger Clemens Kleine mit bundesweit rund 4700 Mitarbeitern hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Der Chef des Unternehmens zeigt sich dennoch optimistisch.

Restrukturierungsmaßnahmen habe man nicht schnell genug durchführen können, was die Liquidität stark beansprucht habe, teilte das Unternehmen am Montag in Düsseldorf mit. Der Chef des Familienunternehmens, Ulrich Kleine, gab sich optimistisch: „Unsere Auftragsbücher sind gut gefüllt, zahlreiche großvolumige Neuaufträge sind bereits gestartet und weitere werden in den folgenden Wochen und Monaten starten.“

Die Löhne und Gehälter sind nun für drei Monate über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert. Mit der vom Gericht angeordneten Eigenverwaltung hat das Management jetzt mehr rechtliche Möglichkeiten, um trotz knapper Kassen auf Kurs zu kommen. Ein Sachwalter überwacht die Geschäftsleitung - sollte sich die Lage verschlechtern, könnte er als Insolvenzverwalter das Ruder übernehmen. Zu den Dienstleistungen der Firma gehören unter anderem das Fensterputzen und die Innenreinigung von Firmengebäuden und Behörden. Zuvor hatten die „Wirtschaftswoche“ und das „Handelsblatt“ über den Insolvenzantrag berichtet.

Das mehr als 100 Jahre alte Familienunternehmen ist schon seit längerem unter Druck. So ist in dem Geschäftsbericht für das Jahr 2017 zu lesen, in der Branche gebe es einen „anhaltenden harten Verdrängungswettbewerb, der in vielen Fällen ausschließlich über den Preis entschieden wird“. Trotz niedriger Preise seien die Kunden „nicht bereit, Abstriche bei der Leistung zu akzeptieren“.

Die Unternehmensgruppe hatte es in diesem umkämpften Markt schwer: Obwohl der Markt der Gebäudereinigung laut Geschäftsbericht 2017 wegen der allgemein guten Konjunktur im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 Prozent anzog, sank der Umsatz der Clemens Kleine Holding um drei Prozent auf 72,3 Millionen Euro. Zugleich stiegen die Schulden. Die Zahlen beziehen sich nur auf die Holding, eine von sechs Clemens-Kleine-Firmen, die von der Insolvenz betroffen sind. Zahlen zu den anderen Unternehmen liegen nicht vor.

Im Gebäudereiniger-Handwerk sind in Deutschland nach Branchenangaben knapp 700 000 Menschen beschäftigt. Das Segment ist sehr kleinteilig strukturiert, es gibt circa 25 000 Firmen. Zu den größten Unternehmen gehören Wisag, Dussmann, Gegenbauer und Piepenbrock. „Die Branche ist wettbewerbsintensiv“, sagte Christopher Lück vom Bundesinnungsverband Die Gebäudedienstleister. „Die Unternehmen bieten industrienahe Dienstleistungen an - nur wenn es der Industrie gut geht, geht es auch der Gebäudereinigung gut.“ Die Konjunkturskepsis habe in den vergangenen Monaten „merklich zugenommen“.

(csi/dpa)