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Dürre in Deutschland: Bauernverband dringt auf gezielte Nothilfen

Nach wochenlanger Dürre : Bauernverband dringt auf gezielte Nothilfen

An diesem Mittwoch will die Agrarministerin entscheiden, ob der Bund den Bauern wegen der Dürre und der damit einhergehenden Ernteausfälle Hilfen leistet. Der Deutsche Bauernverband fordert gezielte Hilfen.

Der Deutsche Bauernverband dringt angesichts schwerer Ernteausfälle wegen der Dürre auf schnelle Klarheit für staatliche Nothilfen. Erhebliche Ertragseinbußen seien Realität, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied. „Wir erwarten, dass die Bundesländer und der Bund die Nothilfe-Situation auslösen.“ Dabei gehe es nicht um Unterstützung mit der Gießkanne - sondern gezielt dort, wo es für Betriebe Existenznöte gebe und teils Mindererträge von 30 bis 70 Prozent aufgetreten seien.

Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) will am Mittwoch im Kabinett über den amtlichen Erntebericht informieren und entscheiden, ob der Bund erstmals seit 2003 wieder wegen einer Dürre Hilfen leistet. Voraussetzung dafür ist, dass Schäden von „nationalem Ausmaß“ festgestellt werden. Der Bauernverband legt ebenfalls am Mittwoch seine Erntebilanz vor. Er hat bereits Hilfen von bis zu einer Milliarde Euro gefordert.

Ganz schwer getroffen habe es den Norden und Osten der Republik, sagte Rukwied. Er sprach von einer „ganz schlechten Getreideernte 2018“. Da es seit Wochen keine nennenswerten Niederschläge gegeben habe, litten auch Zuckerrüben und Kartoffeln. Die Futterbeschaffung sei für viele Viehhalter ebenfalls „ein riesiges Problem“. Es sei zu hoffen, dass Hilfen noch in diesem Jahr ausgezahlt werden könnten.

Welche Schäden NRW angesichts der Dürre verzeichnet, lesen Sie hier.

Mit Ausnahme von Obst zeichneten sich geringere Erntemengen ab, sagte der Bauernpräsident. Dies dürfte „mit Sicherheit zu stabilen, in manchen Bereichen auch leicht steigenden Preisen führen“. Rukwied sprach sich dafür aus, dass für Versicherungen, die auch Dürreschäden umfassen, ein geringerer Mehrwertsteuersatz gelten solle. Dies sei bei Hagelversicherungen bereits der Fall.

(das/dpa)