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Nach Kurseinbruch: Dresdner Bank warnt vor Air-Berlin-Aktien

Nach Kurseinbruch : Dresdner Bank warnt vor Air-Berlin-Aktien

Düsseldorf (RP). Skeptische Analystenkommentare ist Air Berlin gewohnt – schließlich ist der Kurs von Deutschlands zweitgrößter Airline von 20 Euro im Sommer letzten Jahres auf aktuell 3,25 Euro eingebrochen. Doch jetzt malt die Dresdner Kleinwort ein düsters Szenario an die Wand.

Düsseldorf (RP). Skeptische Analystenkommentare ist Air Berlin gewohnt — schließlich ist der Kurs von Deutschlands zweitgrößter Airline von 20 Euro im Sommer letzten Jahres auf aktuell 3,25 Euro eingebrochen. Doch jetzt malt die Dresdner Kleinwort ein düsters Szenario an die Wand.

Sollte der Ölpreis weiterhin über 125 Dollar liegen — und er liegt schon seit Wochen bei rund 140 Dollar — sehen die Dresdner-Analysten den Kurs der Air-Berlin-Aktie in Richtung Null Euro einbrechen.

Mit anderen Worten: Air Berlin ist dann nichts mehr wert. Zwar hätte das Unternehmen noch eine wertvolle Marke, eigene Flugzeuge und kostbare Start- und Landerechte. Allerdings würde die Summe der vor allem außerbilanzlichen Schulden diese Werte aufzehren. Von einer drohenden Pleite der Air Berlin ist in der Studie — anders als eine Nachrichtenagentur berichtet hatte — jedoch nicht die Rede. Nach Veröffentlichung der Studie gab die Aktie von Air Berlin am Donnerstag um fast neun Prozent nach.

Penelope Butcher, Analystin von Morgan Stanley, hatte die Aktie vor gut einem Monat ebenfalls abgestuft. Sie reduzierte ihr Kurzsziel von vier auf 2,01 Euro. Die Luftfahrt-Branche sei stärker gefährdet, als gedacht, sagte sie. Vor allem der hohe Ölpreis sei noch nicht dauerhaft berücksichtigt.

Anfang Juni hatte David Pitura von der UBS die Aktie von "neutral" auf "verkaufen" abgestuft. Er reduzierte das Kursziel von 7,50 Euro auf 5,50 Euro. Uwe Weinreich von der HypoVereinsbank sah das Kursziel im vergangenen Monat ebenfalls bei fünf Euro und riet zum Verkauf.

Air Berlin musste vor einer Wochen die Pläne, die Fluggesellschaft Condor zu übernehmen, aufgeben. Zuvor hatte das Unternehmen die einstigen Wettbewerber LTU und dba übernommen. Zuletzt war der Flugplan zusammengestrichen worden.

(RP)