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Dr. Martesns: Britische Kult-Schuhmarke Doc Martens plant Börsen-Gang

Britische Kult-Schuhmarke : Dr. Martens plant Börsengang

Die britische Kult-Schuhmarke Dr. Martens steht vor dem Gang an die Londoner Börse. Das Unternehmen, das seit mehr als sieben Jahren dem Finanzinvestor Permira gehört, kündigte am Montag Börsenpläne an, ohne einen genauen Termin zu nennen.

Laut Finanzkreisen dürfte Dr. Martens der erste Börsenneuling des Jahres in London werden. Das 1947 gegründete Unternehmen werde mit mehr als zwei Milliarden Pfund (rund 2,2 Milliarden Euro) bewertet. Permira hatte 2013 nur 380 Millionen Euro für die Marke mit der charakteristischen Gummisohle und den gelben Nähten gezahlt. Unter der Ägide des Finanzinvestors war der Umsatz in den vergangenen Jahren dank einer Internationalisierungs-Strategie um 20 bis 30 Prozent pro Jahr gestiegen.

Im Geschäftsjahr 2019/20 (per Ende März) lag der Umsatz bei 672 Millionen Euro. Mit dem Börsengang will Permira seinen Ausstieg einleiten, von Beginn an sollen mindestens 25 Prozent der Aktien im Streubesitz sein. Geplant sei, nur Anteile des Investors zu verkaufen, eine Kapitalerhöhung gibt es nicht. Der Börsengang wird von den US-Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley organisiert.

Die "Docs" sind traditionell besonders bei Jugendlichen und Punks populär. Permira versuchte aber zuletzt neue Kundenkreise anzusprechen. Die Kult-Stiefel haben deutsche Wurzeln: Der Arzt Klaus Märtens entwarf sie kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, als er unter einer Fußverletzung litt. Die Luftpolstersohle schnitt er aus Gummi-Beständen der deutschen Luftwaffe zurecht. Die acht Schnürlöcher und die gelben Nähte sind charakteristisch für die Stiefel. Zunächst bei Arbeitern und Soldaten gefragt, machte sie Pete Townshend von der Rock-Gruppe "The Who" 1966 bei jungen Leuten beliebt. 1960 verkauften Märtens und sein Partner Herbert Funck die Marke an das britische Traditionsunternehmen R Griggs.

(felt/Reuters)