Donald Trump verfügt Flugverbot von Boeing 737 Max in den USA

Flugzeugbauer unter Druck: Trump verfügt Flugverbot von Boeing 737 Max in den USA

Nachdem Kanada am Nachmittag die Entscheidung getroffen hat, keine Boeing 737 Max mehr in den Luftraum zu lassen, sind die USA am Abend gefolgt. Die Maschinen sollen vorerst am Boden bleiben.

Nach zahlreichen anderen Ländern haben auch die USA ein Flugverbot für Boeing-Maschinen vom Typ 737 Max 8 und Max 9 erteilt. US-Präsident Donald Trump kündigte am Mittwoch eine entsprechende Notverordnung an alle Fluggesellschaften an. Das vorläufige Flugverbot soll nach seinen Angaben auch für Maschinen des Typs 737 MAX 9 gelten. Die Sicherheit "des amerikanischen Volkes" wie aller Menschen habe für seine Regierung "höchste" Priorität. Die Boeing-Aktien verloren nach der Entscheidung an der Wall Street weitere knapp zwei Prozent.

Boeing selbst empfiehlt ein vorübergehendes Startverbot für alle Flugzeuge der 737-Max-Reihe weltweit. Boeing teilte am Mittwoch mit, eine entsprechende Empfehlung sei an die US-Luftfahrtbehörde FAA gegangen. Betroffen sei „die gesamte weltweite Flotte von 371 737-Max-Flugzeugen“. Es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. „Boeing hat weiterhin volles Vertrauen in die Sicherheit der 737 Max.“

Die europäische Luftfahrtaufsicht EASA hatte am Dienstag den Einsatz der MAX 8 und MAX 9 in Europa untersagt. Die 737 MAX ist ein neues Modell, das erst seit 2017 ausgeliefert wird.

Die US-Flugaufsicht FAA hatte bis zuletzt erklärt, die Maschinen des US-Konzerns Boeing seien flugtauglich und dürften sich im US-Luftraum bewegen.

Nach den EU-Staaten und zahlreichen anderen Ländern hat auch Kanada in Folge des Flugzeugabsturzes in Äthiopien ein Start- und Überflugverbot für Maschinen der Boeing 737-Max-Reihe erlassen. „Es ist bedauerlich, aber Sicherheit muss ganz oben auf der Tagesordnung stehen“, sagte der kanadische Transportminister Marc Garneau am Mittwoch in Ottawa. Betroffen von dem Verbot seien alle Starts und Landungen sowie Überflüge von Boeing 737 Max 8 und 9.

Deutscher Luftraum für Boeing 737 Max 8 gesperrt

Die Entscheidung sei auf Grundlage von neuen Informationen gefällt worden, sagte Garneau. Experten seines Ministeriums hätten den Flugverlauf der in Äthiopien abgestürzten Boeing 737 Max 8 mit dem einer fünf Monate zuvor in Indonesien abgestürzten baugleichen Maschine verglichen. Es gebe dabei Ähnlichkeiten. Der Minister betonte zugleich, es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme.

Mit Blick auf die USA sagte Garneau: „Wir haben sie heute Morgen darüber informiert, dass wir diese Entscheidung getroffen haben.“

Am Wochenende war eine 737 MAX 8 in Äthiopien aus bislang ungeklärten Gründen abgestürzt. Dabei starben 157 Menschen. Einige Monate zuvor war auch in Indonesien eine 737 MAX 8 niedergegangen. Dabei kamen 189 Menschen ums Leben.

(felt/AFP/dpa/REU)
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