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DIHK: Wirtschaft fordert Abschiebeschutz für Azubis

Integrationsgipfel : Wirtschaft fordert Abschiebeschutz für Azubis

Wer als Asylbewerber in Deutschland eine Ausbildung beginnt, muss befürchten, eines Tages abgeschoben zu werden. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) will das ändern. Er fordert von der Politik verlässliche Rahmenbedingungen für Betriebe, die Migranten ausbilden.

Es müsse sichergestellt werden, dass geduldete Ausländer, die eine Ausbildungsstelle in Deutschland gefunden hätten, die Ausbildung auch abschließen könnten, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer der "Passauer Neuen Presse" vom Montag. "Die Aufnahme einer Schul- oder Berufsausbildung sollte ein dringender persönlicher Grund für die Aussetzung von Abschiebungen sein."

Schweitzer forderte zudem schnellere Asylverfahren. Bis in Deutschland über einen Asylantrag entschieden werde, vergingen im Schnitt sieben Monate. "Das ist eine belastende Zeit der Unsicherheit für die Flüchtlinge, aber auch für potenzielle Ausbildungsbetriebe", sagt er der Zeitung. Allen Asylsuchenden müssten zudem von Anfang an Sprachkurse angeboten werden.

Die Wirtschaft wolle ihren Beitrag dazu leisten, gerade die Jugendlichen in die Ausbildung zu integrieren, versicherte Schweitzer. Ende September seien noch 37.100 unbesetzte Ausbildungsstellen gemeldet gewesen. "Das bedeutet zahlreiche Chancen auch für Jugendliche mit Migrationshintergrund."

Der Integrationsgipfel auf Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) widmet sich am Montag der Ausbildungssituation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Am Wochenende hatte die Kanzlerin gleiche Chancen auf eine Berufsausbildung für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund gefordert.

(AFP)