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Aktuelle Studie: Digitalisierung ist kein Jobkiller

Aktuelle Studie : Digitalisierung ist kein Jobkiller

Fast jedes zweite Unternehmen mit hohem Digitalisierungsgrad will in den kommenden fünf Jahren zusätzliche Mitarbeiter mit Hochschulabschluss oder mit abgeschlossener Berufsausbildung einstellen. Dies geht aus einer noch unveröffentlichten Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, die unserer Redaktion vorliegt.

Digitalisierung bedeutet, dass immer mehr Arbeiten, die bisher von Menschen verrichtet wurden, durch Computerprogramme oder Roboter ersetzt werden. Die Studie widerlegt jedoch die verbreitete Auffassung, dass die fortschreitende Digitalisierung deshalb zunehmend Jobs vernichten wird. Die Umfrage zeige, "dass nur jedes zehnte Unternehmen, das digital stark aufgestellt ist, kurzfristig Jobs abbauen will", schreibt die Autorin Andrea Hammermann. Digitalisierte Unternehmen planten genauso viele Neueinstellungen wie alle anderen Betriebe, hier gebe es keine Unterschiede.

Gut ein Drittel aller Unternehmen plane, innerhalb eines Jahres mehr Mitarbeiter einzustellen. Auch in den kommenden fünf Jahren wolle "ein Großteil der Firmen eher neue Arbeitsplätze schaffen als abbauen". Davon würden "insbesondere Fachkräfte mit einer abgeschlossenen beruflichen Aus- oder Fortbildung sowie Akademiker" profitieren, sagte Hammermann: "Die Sorge, dass vor allem Tätigkeiten von Facharbeitern durch den digitalen Wandel zur Disposition stehen, weil Maschinen und Software deren Erfahrungen und Wissen entwerten, ist also unbegründet." Auch die Zahl der Ausbildungsplätze steige.

Die Umfrage zeige aber auch, dass die Jobchancen von gering Qualifizierten eher abnehmen. Dies gelte vor allem für Betriebe, die ihre Kosten durch computergestützte Automatisierung senken wollten. Der Abbau dieser Jobs werde sich aber in Grenzen halten: Nur neun bis zwölf Prozent der Unternehmen erwarten, dass künftig weniger An- und Ungelernte benötigt werden.

(mar)