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Region: Diese Gasversorger erhöhen

Region : Diese Gasversorger erhöhen

Düsseldorf (RP). Gaskunden müssen fürs Heizen ab Sommer tiefer in die Tasche greifen. Zahlreiche Stadtwerke in der Region planen zum 1.Juli, die Preise deutlich anzuheben. Andere Versorger werden im Herbst nachziehen.

Die Stadtwerke Krefeld etwa erhöhen den Preis pro Kilowattstunde Gas ab Juli um bis zu 16 Prozent. Auch die Stadtwerke Duisburg und Essen, die Bocholter Energie- und Wasserversorgung (BEW), die Energieversorgung (EVL) Leverkusen und die Niederrheinwerke Viersen wollen ihre Preise erhöhen, meist im mittleren einstelligen Prozentbereich. Die Niederrheinische Versorgung und Verkehr AG (NVV) Mönchengladbach erhöht ab Juli zunächst die Preise für Sonderkunden — um weniger als zehn Prozent. Ab August müssen auch die Kunden in der Grundversorgung mehr zahlen.

Mit am kräftigsten langt der Kölner Energieversorger RheinEnergie zu. Dort muss eine Familie mit einem eigenen Häuschen und einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden künftig rund 216 Euro beziehungsweise 16 Prozent mehr zahlen als bisher.

Bei den Stadtwerken Düsseldorf rechnet man ebenfalls mit Preiserhöhungen, aber erst zum Ende des Jahres. In Neuss wird es mögliche Preisanpassungen frühestens zum 1. Oktober geben.

Insgesamt würden bundesweit mindestens 100 Versorger im Juni und Juli ihre Preise um durchschnittlich zehn Prozent nach oben schrauben, berichtet das Verbraucherportal Verivox.de. Nach Angaben des Internetanbieters TopTarif haben zum 1. Juni bereits 21 Versorger die Gaspreise im Schnitt um 8,5 Prozent angehoben.

Ausschlaggebend für den Preisanstieg sei der Höhenflug des Rohölpreises, heißt es bei den Versorgern. Die Gaspreise sind mit einer Verzögerung von etwa sechs Monaten an die Mineralölpreise gekoppelt. Von Oktober 2007 bis März 2008 sei Heizöl rund 22 Prozent teurer geworden, rechnet man bei den Stadtwerken Krefeld vor. Bereits am Wochenende hatte der größte deutsche Gasimporteur Eon Preiserhöhungen für Großkunden wie Stadtwerke angekündigt — was auch die Verbraucherpreise nach oben treibt.

Verbraucherschützer raten angesichts der gestiegenen Preise verstärkt zum Anbieterwechsel. In vielen Städten gibt es bereits günstige Alternativen. Bei überhöhten Preisrunden sollten Kunden Widerspruch einlegen und vom Versorger den Nachweis verlangen, dass die Preisanpassung angemessen war, raten die Experten der Verbraucherzentrale NRW. Den Rechnungsbetrag solle man dann nur unter Vorbehalt zahlen oder ihn um die strittige Erhöhung kürzen.

Hier geht es zur Infostrecke: Was Verbraucher gegen hohe Gaspreise tun können

(RP)