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Starbucks und McDonald's: Die Schlacht um die Bohne

Starbucks und McDonald's : Die Schlacht um die Bohne

Seattle (RPO). Plastiksitze gegen Ledersessel und BigMacs gegen schicke Ciabattas. Auf den ersten Blick haben McDonald's und Starbucks nichts gemeinsam. Doch die weltweit größte Fastfoodkette ist nicht unschuldig daran, dass der Kaffeeanbieter aus Seattle in Schwierigkeiten gerät. Sie drängt erfolgreich ins Kaffeegeschäft.

Nach der stürmischen Expansion der vergangenen Jahre hat die Kaffeehauskette Starbucks am Dienstag angekündigt, 12.000 Stellen zu streichen und 600 Filialen zu schließen - und damit 500 mehr als ursprünglich geplant. Die rund 12.000 betroffenen Mitarbeiter sollen soweit möglich in anderen Läden untergebracht werden. Zu einem möglichen Stellenabbau machte das Unternehmen am späten Dienstagabend auf Anfrage keine Angaben. Für das Fiskaljahr 2009 wird außerdem mit der Eröffnung bedeutend weniger neuer Filialen gerechnet.

Nach Jahren scheinbar ungebremsten Wachstums musste das US-Unternehmen zuletzt öfter Moll-Töne vermelden - nicht zuletzt, weil viele Wettbewerber das Konzept erfolgreich imitierten. Zudem machten sich die in der jüngsten Zeit eröffneten Starbucks-Filialen häufig Konkurrenz.

McDonald's-Kaffee die Nr. 1

Einer der großen Konkurrenten kommt aus unerwarteter Richtung - der Fastfood-Branche. Und das obwohl Starbucks auf Stil und Exklusivität setzt und somit ein anderes Klientel anspricht. Auch was das Alter der Kundschaft angeht, sind die beiden keine direkten Konkurrenten. Während McDonald's hauptsächlich von 18- bis 34-Jährigen frequentiert wird, trumpft Starbucks bei den 35- bis 44-Jährigen auf.

Im Januar dieses Jahres aber kündigte McDonald's plötzlich an, verstärkt in das "Kaffee-Business" zu investieren. In 14.000 Filialen, so hieß es, sollten Baristas angestellt und Espressomaschinen angeschafft werden. Die paar Hundert "McCafés" in Deutschland, die Kaffeespezialitäten, Kuchen und dergleichen anbieten und mit Starbucks konkurrieren sollten, laufen gut. Starbucks im Gegenzug vergrößerte das Frühstückssortiment und stattete einige Filialen mit Drive-In-Schaltern aus.

Die ständig wachsende Kette McDonald's erhofft sich davon zusätzlichen Gewinn. Für Starbucks macht es das Geschäft nicht leichter. Zumal es in einem Verbrauchertest noch eine weitere Schlappe hinnehmen musste: Dort schnitt der Premium-Kaffee von McDonald's bei Geschmack und Preis-Leistungs-Verhältnis am besten ab und ließ Starbucks, Dunkin' Donuts und Burger King hinter sich.

Doch auch andere Anbieter wollen ein Stück vom "Kaffeekuchen" in den USA abhaben. Im Jahr 2003 nahm die Kette "Dunkin' Donuts" Espressogetränke in ihr Angebot auf, und auch die kanadische Kaffehauskette Tim Hortons hat große Expansionspläne.

Steigende Preise, schwächelnde Konjunktur

Neben der wachsenden Konkurrenz und den sinkenden Besucherzahlen sind es aber auch die steigenden Preise für Milchprodukte, die Starbucks in den USA zu schaffen machen. Die raschen Expansion scheint mittlerweile ihre Grenzen erreicht zu haben und auch die Konjunkturabkühlung in den USA belastet die Geschäfte der Kaffeehauskette. Die Verbraucher wollen billigeren Kaffee. Firmenchef Howard Schutz hatte erst jüngst daraufhingewiesen, dass der sinkende Konsum der US-Bürger das Ergebnis des Unternehmens belaste. Starbucks will deshalb im kommenden Geschäftsjahr auch nur knapp 200 neue Geschäfte und damit halb so viele eröffnen wie ursprünglich geplant. Die Pläne für 2010 änderte das Unternehmen dagegen nicht.

Im Ausland möchte die Kaffeehauskette künftig aber weiter expandieren. In Deutschland sollen besonders an Bahnhöfen und Flughäfen neue Filialen eröffnet werden. Starbucks ist nach eigenen Angaben mit über 16.000 Filialen der weltweit führende Anbieter, Röster und Vermarkter von Spezialitätenkaffee. Gut 7.200 Geschäfte betreibt Starbucks in den USA und rund 1860 im Ausland in Eigenregie. Der Rest wird mit Franchise-Partnern betrieben.