Nach Pannen in der kalten Jahreszeit: Die Bahn will besser über den Winter kommen

Nach Pannen in der kalten Jahreszeit : Die Bahn will besser über den Winter kommen

Berlin (RPO). Knapp zwei Wochen nach Herbstanfang hat die Deutsche Bahn über ihre nach eigenen Angaben intensiven Wintervorbereitungen informiert. Der Staatskonzern, der im vergangenen schneereichen Dezember an einigen Tagen nicht einmal jeden dritten ICE oder IC pünktlich ins Ziel brachte, zeigt guten Willen.

"Wir wollen unseren Kunden auch bei starken Wintereinbrüchen einen zuverlässigen und planbaren Zugverkehr bieten", erklärte DB-Verkehrsvorstand Ulrich Homburg am Mittwoch in Berlin. Darauf bereite sich das Unternehmen intensiv vor. Trotz aller Anstrengungen bleibe die Situation im Fernverkehr aber angespannt.

Besserung verspricht die Bahn vor allem bei dem viel beanstandeten Informationsdefizit. Auf Bahnhöfen seien inzwischen mehr als 2.000 dynamische Schriftanzeiger installiert worden, die über mögliche Abweichungen vom Fahrplan informierten. Außerdem seien in den sechs Fernverkehrswerken München, Frankfurt am Main, Köln, Dortmund, Hamburg und Berlin Enteisungsanlagen eingerichtet worden, um das Abtauen der Züge zu beschleunigen. Im Nahverkehr stünden zusätzlich zu den Werkshallen acht sogenannte Abtauzelte zur Verfügung, es seien 200 neue Heizlüfter angeschafft und 13 Außenreinigungsanlagen mit Abtauanlagen ausgerüstet worden.

Ultraschalluntersuchungen und Lieferverzögerungen

Auch des Problems der in den vergangenen Wintern vielerorts nicht beheizten Weichen habe sich die Bahn angenommen. In diesem Winter seien 48.000 Weichen - 700 mehr als zuvor - und damit alle auf in Fahrplänen angeführten Strecken mit einer Heizung ausgestattet, sagte Homburg weiter. Außerdem seien etwa 6.000 Helfer eingeplant, um Weichen von Schnee und Eis zu befreien. Mit einem GPS-gestützten Meldesystem will sich der Konzern darüber hinaus ein besseres Bild über die Situation auf Bahnsteigen machen.

Bei allen Wintervorkehrungen bleibe die Verfügbarkeit der Fern- und Nahverkehrszüge eingeschränkt. Wegen der verkürzten Ultraschalluntersuchungen fehlten im täglichen Betrieb bis zu 18 ICE. Zusätzlich verspäte sich die Lieferung der 16 neuen ICE-3-Züge von Siemens, erklärte der DB-Vorstand. Zudem verzögere sich die Auslieferung von 178 Nahverkehrstriebwagen des Typs Talent 2 von Bombardier.

(apd/top)
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