1. Wirtschaft
  2. Unternehmen

Zwischenergebnis: Deutsche Bahn zur WM: "Alles aus der Garage geholt, was Räder hat"

Zwischenergebnis : Deutsche Bahn zur WM: "Alles aus der Garage geholt, was Räder hat"

Berlin (rpo). Die Deutsche Bahn hat nach eigenen Angaben zur WM "alles aus der Garage geholt, was Räder hat" und zieht eine positive vorläufige Bilanz. Die WM beschert der Bahn seit ihrem Beginn täglich 600.000 zusätzliche Kunden im Nah- und Fernverkehr.

Bahnchef Hartmut Mehdorn ist mit dem Einsatz seines Unternehmens während der Fußball-Weltmeisterschaft zufrieden. Man habe 15 Prozent mehr Fahrgäste als erwartet, sagte Mehdorn am Montag. Darüber hinaus habe die Bahn im In- und Ausland "das Image verbessern können". Jürgen Klinsmann könne zu Recht stolz auf seine Mannschaft sein, "und ich bin es auch auf meine Bahner", sagte Mehdorn.

Pro Tag hätten 5,5 Millionen Fahrgäste die Bahn genutzt. Um dem hohen Passagieraufkommen gerecht werden zu können, setzt die Bahn während der WM bundesweit 10 000 zusätzliche Züge im Regional- und 300 Züge im Fernverkehr ein. "Wir haben alles aus der Garage geholt, was Räder hat", sagte Mehdorn. Den Anstieg führte er auch auf den großen Zuspruch der öffentlichen WM-Übertragungen zurück, "eine völlig neue Herausforderung".

Der Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn, Karl-Friedrich Rausch, bezeichnete die Auslastung der Züge als "sehr gut". Viele Fans nutzten für den Weg in die Stadien den öffentlichen Personennahverkehr. In München seien dies am vergangenen Wochenende 60 bis 70 Prozent gewesen, in Nürnberg 75 Prozent und in Berlin 90 Prozent.

Rausch hob hervor, dass kein Stadion-Besucher ein Spiel wegen der Bahn verpasst habe. Bei Verlängerungen oder Elfmeter-Schießen würden die Züge außerdem nicht nach Fahrplan abfahren, sondern auf das Spielende warten. "Kein Fan bleibt unseretwegen alleine im Stadion zurück", sagte Rausch.

Zudem habe die Bahn neue Kunden gewonnen. Bei den WM-Angeboten habe man Verkaufszahlen erreicht, die über den Erwartungen gelegen hätten. So seien rund 10 000 WM-Pässe verkauft worden, 56 000 WM-Bahntickets und 40 000 Surf&Rail-Tickets. Die WM-Bahncard habe 400 000 Käufer gefunden, von denen 80 Prozent vorher keine Bahncard besessen hätten.

Finanziell habe das Unternehmen seine Ziele erreicht und sogar übertroffen, sagte Mehdorn. Der WM-Beitrag als "Nationaler Förderer" werde wieder hereingeholt, für die Endabrechnung prognostizierte Mehdorn ein kleines Plus.

(afp)