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Deutsche Bahn AG: Widerstand gegen Ronald Pofalla wächst und der Gewinn halbiert sich

Deutsche Bahn : Gewinn halbiert sich - Widerstand gegen Pofalla wächst

Bahn-Chef Rüdiger Grube wird im März wohl das mit Abstand schlechteste Ergebnis seiner fünfjährigen Amtszeit vermelden müssen: Der Konzern hat seinen Gewinn einem Medienbericht zufolge innerhalb eines Jahres mehr als halbiert. Der Widerstand gegen die Personalie Pofalla wächst - auch aus Kostengründen.

Aufsichtsratskreisen zufolge erwirtschaftete der Konzern 2013 einen Vor-Steuer-Gewinn von rund 850 Millionen Euro, wie das Nachrichtenmagazin Spiegel am Sonntag vorab berichtete. Das Ergebnis nach Steuern lag demnach bei 650 Millionen Euro und somit nicht einmal bei der Hälfte der 2012 verdienten 1,5 Milliarden Euro. Endgültige Zahlen sollten aber erst im März vorgelegt werden.

Weil der Bund eine Dividende von 525 Millionen Euro verlange, müsse das Unternehmen voraussichtlich fast seinen kompletten Gewinn ausschütten. Ursprünglich sei ein Nach-Steuer-Gewinn von mehr als 1,6 Milliarden Euro angestrebt worden, doch hätten Probleme bei der Logistiktochter Schenker, gestiegene Personalkosten sowie höhere Rückstellungen das Ergebnis verhagelt.

Widerstand gegen Pofalla (CDU)

Das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtete vorab, dass sich nicht nur im Arbeitnehmer-Lager, sondern auch auf der Kapitalseite Widerstand gegen den geplanten Wechsel von Ex-Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) in den Bahnvorstand formiere. "Insbesondere in der gegenwärtigen Diskussion um Kostensenkungen und preisliche Wettbewerbsfähigkeit wäre eine weitere Vergrößerung des Vorstands nur für diese Funktion auch im Hinblick auf die damit verbundenen Kosten und die Wirkung auf die Mitarbeiter und die Öffentlichkeit fragwürdig", schrieb Bahn-Aufsichtsrat Heinrich Weiss demnach an das Präsidium des Bahn-Kontrollgremiums.

Zum Vorstandsmitglied sollte nach Ansicht von Weiss offenbar nur bestellt werden, "wer in den betrieblichen Abläufen präsent und verwoben ist, und wer gewohnt ist, große und qualifizierte Mitarbeiterteams zu führen". Als Lösung schlug Weiss demnach vor, Pofalla die vorgesehene Aufgabe als Cheflobbyist in der Position eines "Generalbevollmächtigen" mit direkter Anbindung an Grube zu übertragen.

In Deutschland wird die Debatte über eine Übergangsfrist für Politiker vor einem Wechsel in die Wirtschaft besonders heftig geführt, seit bekannt wurde, dass Pofalla zur Deutschen Bahn gehen könnte. Eine gesetzlich vorgeschriebene Karenzzeit existiert bislang nicht.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Ronald Pofalla

(AFP)