Deutsche Bahn: 6.000 von 20.000 GDL-Mitgliedern beteiligen sich am Streik

Lokführer-Ausstand bei der Bahn: Nur 6000 GDL-Mitglieder beteiligen sich am Streik

Während Bahn-Chef Rüdiger Grube einem Zeitungsbericht zufolge offenbar einen neuen Anlauf zur Beilegung des festgefahrenen Tarifkonflikts mit der Lokführergewerkschaft GDL plant, hat die Lokführergewerkschaft GDL einem Medienbericht zufolge nur eine Minderheit ihrer Mitglieder für den derzeitigen Streik mobilisieren können.

Lediglich rund 6000 der etwa 20.000 Lokführer der Bahn hätten sich an der seit Montag laufenden Arbeitsniederlegung beteiligt, meldete die "Bild"-Zeitung. Im Güterverkehr sei nur jeder fünfte Lokomotivführer dem Aufruf zum Ausstand gefolgt.

Derweil wolle er "die nächste Stufe zünden", sagte Grube laut einem Bericht der "Stuttgarter Zeitung" am Donnerstagabend in Esslingen. Nachdem die GDL den Vorschlag des Bahnvorstandes abgelehnt hatte, den früheren brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) als Vermittler einzuschalten, habe er einen "Plan B". Dazu müsse er in der Nacht zum Freitag noch ein Gespräch führen.

Details wollte Grube dem Bericht zufolge nicht nennen. Der "gesunde Menschenverstand" sage ihm jedoch, was der nächste Schritt sein müsse. "Die Lösung wird es nicht sein", dämpfte der Bahn-Chef laut "Stuttgarter Zeitung" die Erwartungen. Sein Gebot sei es jedoch, "nie aufzugeben". Allerdings werde sein Unternehmen von zwei Gewerschaften, der GDL und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), "in Geiselhaft genommen", weil sich diese nicht einigen könnten.

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GDL-Chef Claus Weselsky nannte Grube dem Bericht zufolge "diese Person, deren Namen ich möglichst nicht in den Mund nehme". "Selbstverständlich" würde er sich mit dem Gewerkschaftschef aber auch an einen Verhandlungstisch setzen. Auch dürfe man in diesem Konflikt "nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen", wurde Grube zitiert. Weselsky hatte Grubes Vermittlervorschlag am Donnerstag erneut als "PR-Gag" abgetan.

Den Vorwurf, die Bahn wolle die Verhandlungen so lange hinauszögern, bis im Sommer das Tarifeinheitsgesetz in Kraft trete, wies Grube zurück. Er würde lieber sofort weiter verhandeln. Zudem sei er bereit, eine "Sonderlösung für längere Zeit" zu schaffen und das Tarifeinheitsgesetz dabei "zu ignorieren - so, als ob es das Gesetz nicht gäbe", sagte er dem Bericht zufolge.

Der längste Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn hat am Montag im Güter- und am Dienstagmorgen im Personenverkehr begonnen und soll bis Sonntag 9.00 Uhr andauern.

(AFP)
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