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Export in 90 Länder: Der Jägermeister erobert die Welt

Export in 90 Länder : Der Jägermeister erobert die Welt

Das Geheimnis des Erfolgs von Jägermeister erschließt sich nicht unbedingt beim ersten Schluck. Aber es ist auch nicht der Geschmack des Kräuterlikörs, die Werbe- und Marketingstrategie lässt das Familienunternehmen seit Jahrzehnten wachsen. Mit weltweit 87,1 (2010: 84,6) Millionen verkauften 0,7-l-Flaschen meldet die Mast-Jägermeister SE am Freitag für 2011 erneut einen Rekordabsatz.

"Das sind drei Prozent Steigerung", verkündet Vorstandssprecher Paolo DellAntonio. Jägermeister sei nun zur weltgrößten Likörmarke gewachsen. Verkauft wird der Likör mittlerweile in 90 Ländern. Auf der von der US-Fachzeitschrift Impact International erstellten Rangliste der Top 100 Premium-Spirituosen der Welt rangiert er auf Platz 8.

DellAntonio ist seit 13 Jahren im Unternehmen. 2011 bezeichnet er als das Herausforderndste. In Thailand und Neuseeland gab es Naturkatastrophen, in Griechenland kriselte es, in Ungarn gab es höhere Mehrwertsteuern und hohe Alkoholsteuern in Skandinavien. Außerdem hätten die Amerikaner etwas weniger von dem braunen Getränk konsumiert. Dafür hätten die Regionen West-und Osteuropa, Südamerika sowie Asien zugelegt. "Im deutschen Heimatmarkt blieb der Absatz trotz einer Preisanpassung stabil", sagte der Unternehmensvorstand.

Export spielt große Rolle

Knapp 68 Millionen der rund 87 Millionen verkauften 0,7-Liter- Flaschen schickte Jägermeister insgesamt im vergangenen Jahr ins Ausland. Bundesweit seien im vergangenen Jahr rund 240 Millionen Flaschen á 0,7 Liter ausgeführt worden, sagte Angelika Wiesgen-Pick vom Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V. (BSI). 57,5 Prozent davon gingen in die EU-Länder.

Eine ausgefeilte Werbung macht den aus 56 Kräutern hergestellten Jägermeister-Likör seit Jahrzehnten immer wieder interessant. Der legendäre Günter Mast hatte die nur regional bekannte Marke in den sechziger Jahren mit Trikotwerbung und Anzeigensprüchen bundesweit bekanntgemacht. Und während früher Werbeteams mit Würfelspielen durch Diskotheken zogen, bieten sie heutzutage den Drink in Edelbars an. Eine große Rolle bei der Vermarktung des einstigen Großvater-Getränks spielen zudem das Internet und Soziale Netzwerke.

Bislang ist Jägermeister neben der mit 200.000 Flaschen kaum zu Buche schlagenden Marke Schlehenfeuer das einzige Produkt des Unternehmens. Nun sind laut DellAntonio erstmals Gespräche über den Zukauf von einer oder zwei neuer Marken aufgenommen worden. "Wären wir börsennotiert, würden nun alle spekulieren. Als Familienunternehmen haben wir jedoch jede Zeit der Welt."

(dpa)