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Der Chef von Vodafone Deutschland tritt ab

Hannes Ametsreiter : Der Chef von Vodafone Deutschland tritt ab

Hannes Ametsreiter verlässt den Düsseldorfer Konzern und wechselt ins Private-Equity-Geschäft. Auf ihn folgt Philippe Rogge, der zuletzt für den US-Konzern Microsoft gearbeitet hat.

Auch mit Mitte 50 ist es noch längst nicht zu spät für einen beruflichen Neuanfang. Erst recht nicht, wenn man aus der Führungsetage eines großen Konzerns kommt und entsprechende Geschäftserfahrungen in das neue Tätigkeitsfel einbringt. Dann kann man auch auf der Investorenseite als neuer Partner hochwillkommen sein. Hannes Ametsreiter, seit rund sechseinhalb Jahren an der Spitze des Telekommunikationskonzerns Vodafone Deutschland, geht diesen Schritt nun auch und verlässt das Unternehmen. In moderner Manager-Kommunikationsmanier tat er dies am Dienstag beim Kurznachrichtendienst Twitter kund: „25 Jahre Telko-Branche, sieben Jahre Vodafone. Auch wenn es mir unendlich schwerfällt – ich schreibe dieses Kapitel in den nächsten Wochen zu Ende.“

Offiziell gibt es zur Jahresmitte einen Nachfolger: Philippe Rogge, der bislang für Microsoft gearbeitet hat, wird nach Angaben von Vodafone  mit Wirkung vom 1. Juli neuer Vorstandsvorsitzender des Unternehmens und Mitglied des Group Executive Committee im Gesamtkonzern. Diesem Gremium hat auch Ametsreiter angehört. Rogge hat mehr als zehn Jahre für Microsoft gearbeitet, zuletzt fünf Jahre lang als Präsident für Zentral- und Osteuropa. Zuvor war er für den Konzern auch in China, in den Benelux-Staaten und in Portugal tätig.

Damit Außenstehende nicht zu lange darüber rätseln müssen, wohin sein Weg den 55-jährigen Österreicher führt, verwies Ametsreiter am Dienstag gleich noch auf sein Statement beim Berufsnetzwerk Linked-in. Da heißt es unter anderem: „Mein künftiger Weg wird mich von der Unternehmens- auf die Private Equity- und Investorenseite führen. Dort will ich mich in Wachstumsbereichen im Telko- und Tech-Bereich engagieren, als Investor und Shareholder tätig sein.“Konkreter wurde Ametsreiter bei seinen Zukunftsplanungen zunächst noch nicht.

Gemeinsam habe man sieben der erfolgreichsten Jahre der Firmengeschichte geschrieben, schrieb Ametsreiter in seiner Linkedin-Erklärung mit Blick auf die Vodafone-Belegschaft. Heute sei Vodafone das nach Zahl der Sim-Karten größte und profitabelste Telekommunikationsunternehmen Deutschlands, so der scheidende Manager. Vodafone-Konzernchef Nick Read dankte Ametsreiter „für seinen Beitrag zur Erfolgsgeschichte von Vodafone“. Aufsichtsratschef Frank Roevekamp schrieb, der bisherige Spitzenmanager habe „Vodafone zurück ins Wachstum gedreht“.

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Der gebürtige Salzburger war im Oktober 2015 zu Vodafone gekommen. Er machte den deutschen Ableger des britischen Telekommunikationskonzerns nicht nur zu dem Unternehmen, das heute als Vorreiter der 5G-Technologie gilt. In seine Amtszeit fiel auch die Übernahme und Integration des Kabelnetzbetreibers Unitymedia.