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Demo in Berlin: Lieferando-Kuriere fordern 15 Euro Stundenlohn

Demo in Berlin : Lieferando-Kuriere fordern 15 Euro Stundenlohn

Lieferando-Beschäftigte aus ganz Deutschland haben am Freitag vor der Firmenzentrale in Berlin-Kreuzberg für einen besseren Stundenlohn, einen Tarifvertrag und ein Ende des firmeninternen Bonus-Systems demonstriert.

Unterstützt von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und Berlins Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke) forderten sie einen Stundenlohn von 15 Euro. Um den aktuellen, viel zu geringen Stundenlohn von 11 Euro zu übertreffen, müssten die Beschäftigten möglichst viele Bestellungen in möglichst kurzer Zeit ausliefern - was in der Praxis nur die wenigsten schafften, kritisierte Christoph Schink, NGG-Referatsleiter für das Gastgewerbe.

Statt auf prekäre Arbeitsbedingungen sollte das Unternehmen auf eine angemessene Bezahlung seiner Mitarbeiter setzen. Dazu gehöre auch, künftig Zuschläge für die Arbeit an Feiertagen und Wochenenden zu zahlen, sagte Schink.

Nach Angaben des niederländischen Mutterkonzerns Just Eat Takeaway hat die deutsche Lieferando-Tochter ihren Umsatz im ersten Halbjahr 2021 auf 284 Millionen Euro gesteigert, sagte der Gewerkschafter. Das sei ein Plus von 76 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Gewinn habe sich von 58 auf 94 Millionen Euro erhöht.

Ein Unternehmenserfolg dürfe nicht zulasten von fairen und guten Arbeitsbedingungen erzielt werden, mahnte auch Sozialsenatorin Kipping: „Denn dieser Erfolg ist maßgeblich von der Arbeit der Beschäftigten abhängig.“ Ordentliche Löhne stärkten die Binnenkaufkraft. Von besseren Löhnen bei den Lieferdiensten profitierten nicht nur die Kuriere, sondern die ganze Stadt.

(csi/epd)