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Ärger bei der Deutschen Bahn: Datenpanne im Handy-Ticketsystem

Ärger bei der Deutschen Bahn : Datenpanne im Handy-Ticketsystem

Frankfurt/Main (RPO). Nach einer Datenschutz-Panne bei der Übertragung von Kundendaten hat die Deutsche Bahn die Registrierung für ihr elektronisches Ticketsystem "Touch & Travel" vorübergehend ausgesetzt.

Ein Kunde, der sich bei dem System anmelden wollte, habe in der Suchmaske die Daten eines Vorgängers einsehen können, sagte ein Bahnsprecher am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Die Registrierung für das erst am Dienstag offiziell eingeführte System sei deshalb erst einmal abgeschaltet worden. "Datenschutz geht vor", betonte der Sprecher. Wann die Panne behoben sein wird, war noch unklar.

Das elektronische Ticketsystem "Touch & Travel" wurde seit 2008 probeweise eingesetzt, derzeit gibt es nach Angaben der Bahn etwa 15.000 Kunden. Nach der Registrierung über das Internet-Portal von "Touch & Travel" können sich die Kunden vor Reiseantritt an Terminals am Bahnhof anmelden und über eine auf ihrem Smartphone installierte App eine elektronische Fahrkarte laden. Am Ziel melden sie sich wieder ab. Auf diese Weise entfällt der Kauf einer Fahrkarte, die Kosten für die Fahrt werden von dem System kalkuliert und dann in Rechnung gestellt.

Der Bahn-Sprecher hob hervor, dass das System trotz der Panne bei der Registrierung weiter funktioniere. Nach einem Bericht des Senders HR-Info gehörten zu den auf der Anmeldemaske sichtbaren Informationen Adresse, Telefonnummer und sogar die Bankverbindung des Anmelders.

Datenschützer warnen vor dem neuen System: Das Handy müsse während der gesamten Fahrt eingeschaltet bleiben und speichere, wann welche Funkzelle durchfahren wurde (bei Smartphones: GPS-Koordinaten). Am Reiseende werde das Bewegungsprofil an die Bahn geschickt, die es "für Abrechnungszwecke maximal 6 Monate und für Zwecke der technischen Erprobung und der Begleitforschung maximal 10 Monate" lang speichere.

(AFP/felt)