Karstadt-Übernahme: Das Ringen geht weiter

Karstadt-Übernahme : Das Ringen geht weiter

Düsseldorf (RPO). In den Verhandlungen um die Übernahme der insolventen Warenhauskette Karstadt gibt es offenbar eine weitere Annäherung. So stehen der Kreditgeber des Vermieterkonsortiums Highstreet, die Valovis-Bank, und Kaufinteressent Nicolas Berggruen kurz vor einer Einigung.

Das berichtet das "Handelsblatt" am Montag unter Berufung auf Verhandlungskreise. In einem Ende der vergangenen Woche entworfenem neuen Eckpunktepapier werde vorgeschlagen, dass Berggruen auf seine Forderung verzichtet, den ausgehandelten Mietnachlass ins Grundbuch eintragen zu lassen.

Im Gegenzug soll die Valovis-Bank ihren 850 Millionen Euro schweren Kredit für Highstreet fortsetzen. Damit wäre der Hauptstreitpunkt gelöst. Ursprünglich wollte sich die Essener Bank von dem Kredit trennen, weil er fast 50 Prozent ihres Hypothekengeschäfts umfasst und damit ein Risiko darstellt.

Ein Sprecher Berggruens wollte dies auf Anfrage der Zeitung nicht kommentieren. Ein Valovis-Sprecher sagte, es gebe noch keine abschließende Einigung. Laut "Handelsblatt" liegen die Vorschläge derzeit bei den Rechtsanwälten, aber seien noch nicht unterschrieben.

Die "Bild am Sonntag" hatte zuvor berichtet, dass die US-Investment-Bank Goldman Sachs, die 51 Prozent an Highstreet hält, von einem Durchbruch bei den Verhandlungen ausgeht. So hatte der Europachef von Goldman Sachs, Alexander Dibelius dem Blatt gesagt: "Wir haben den Weg zu einer Einigung frei gemacht, dabei haben wir weitere Konzessionen beim Mietvertrag gemacht."

Für Mittwoch hat Highstreet zu einer Gläubigerversammlung eingeladen. Wenn alle Gläubiger einverstanden sind, könnte das Insolvenzgericht am 10. August dem Insolvenzplan für Karstadt und damit Berggruens Kaufangebot zustimmen.

Hightstreet besitzt 86 der 120 Karstadt-Filialen. Überhöhte Mieten galten als ein Hauptgrund für die finanziellen Schwierigkeiten der Warenhauskette. Ohne eine Einigung droht die Zerschlagung der insolventen Warenhauskette mit rund 25.000 Beschäftigten.

(DDP/born)