Daimler gibt Gewinnwarnung heraus - Reaktion auf Handelsstreit zwischen USA und China

Reaktion auf Handelsstreit : Daimler gibt Gewinnwarnung heraus

Der Autobauer Daimler spürt die Folgen des Handelsstreits zwischen China und den USA. Zölle auf Fahrzeuge dürften die Nachfrage nach Stadt-Geländewagen belasten, befürchtet das Unternehmen und senkt seine Gewinn-Prognose.

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China und die Dieselaffäre hinterlassen beim Autobauer Daimler Spuren. Das Unternehmen hat eine Gewinnwarnung für das laufende Geschäftsjahr herausgegeben.

Die höheren chinesischen Zölle für in den USA hergestellte Autos könnten nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden, berichtete der Konzern am Mittwochabend in einer Pflichtmitteilung. Zudem werde der Konzern wegen der Abgaben wohl weniger Geländewagen in der Volksrepublik verkaufen als erwartet.

Zudem rechnet Daimler mit Belastungen durch den Rückruf von Dieselfahrzeugen. Wegen des Vorwurfs einer unzulässigen Abgastechnik muss Daimler europaweit 774.000 Fahrzeuge zurückrufen - darunter 238.000 in Deutschland. Daimler will den Rückruf umsetzen, hatte unlängst aber Widerspruch angekündigt.

Wegen dieser Entwicklungen werde das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) voraussichtlich leicht unter dem Vorjahresniveau liegen, teilte der Konzern weiter mit. Bisher hatte das Unternehmen ein Betriebsergebnis von leicht über dem 2017er Wert von 14,7 Milliarden Euro angepeilt.

Die USA haben Zölle für zahlreiche chinesische Produkte erlassen, worauf die Führung in Peking mit höheren Abgaben auf amerikanische Waren reagiert hat. Zudem hat US-Präsident Donald Trump mit weiteren Aufschlägen auf chinesische Waren mit einem Volumen von 200 Milliarden Dollar gedroht.

China hat für diesen Fall Vergeltung angekündigt. Davon wären möglicherweise SUVs betroffen, die aus dem Daimler-Werk in Alabama in die Volksrepublik geliefert werden. Allein im vergangenen Jahr wurden in dem US-Bundesstaat mehr als 286.000 Fahrzeuge gebaut, die nach Unternehmensangaben in mehr als 135 Märkte exportiert werden.

(wer/dpa/rtr)
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