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Sprinter-Werk in Düsseldorf: Daimler bereitet Kooperation mit Renault vor

Sprinter-Werk in Düsseldorf : Daimler bereitet Kooperation mit Renault vor

Daimler hat Gespräche mit Renault über die Produktion eines gemeinsamen Fahrzeugs in Düsseldorf aufgenommen. "Renault hat bereits großes Interesse an einer Zusammenarbeit bei großen Transportern bekundet, und wir haben das Interesse gerne aufgenommen. Die ersten Gespräche laufen", sagte eine Daimler-Sprecherin.

Für die 6570 Mitarbeiter in dem Werk, in dem der "Sprinter" gebaut wird, ist das eine gute Nachricht: Ein Viertel des Sprinter-Werkes ist mit der Produktion des fast baugleichen VW-Modells "Crafter" ausgelastet. Die Verträge laufen in drei Jahren aus. VW hatte bereits durchsickern lassen, sich nach dem Einstieg des Konzerns beim Lkw-Bauer MAN künftig einen Partner im eigenen Markenimperium suchen zu wollen.

Ebenfalls das Ergebnis einer Kooperation mit Renault ist der Citan —und der bringt Konzernchef Dieter Zetsche in die Bredouille. Denn bei Mercedes war laut "Spiegel online" schon 2011 bekannt, dass der Van bei Crashtests durchfallen könnte. Im Unternehmen wächst daher die Kritik an Zetsche. Der "Spiegel" zitiert einen hochrangigen Manager mit den Worten: "Der Dieter kann es nicht." Der Aufsichtsrat habe Zetsches Vertrag zwar erst vor Kurzem um drei Jahre verlängert, doch ein Aufsichtsrat habe gesagt: "Wenn es so weitergeht, müssen wir neu nachdenken."

Der Citan basiert auf dem Renault Kangoo, der in Details verändert wurde. Für einen besseren Fußgängerschutz hätten Karosserie und Elektronik geändert werden müssen, heißt es. Dies hätte die Einführung verzögert und hundert Millionen Euro gekostet.

Aktuell rüstet das Düsseldorfer Daimler-Werk die Produktion auf das neue Sprinter-Modell um, das heute um 11 Uhr der Fach- und Wirtschaftspresse vorgestellt wird. Das Interesse ist groß. Der "Sprinter" ist der Klassiker unter den Kleinlastern. Im Düsseldorfer Werk werden alle geschlossenen Modelle für Europa und Nordamerika gebaut.

Die technischen Details gibt Daimler erst heute bekannt. Nach Informationen unserer Zeitung wird der neue Sprinter als erstes Fahrzeug weltweit mit einem Seitenwind-Assistenten ausgerüstet sein, der das Gegenlenken bei plötzlichen Böen übernimmt. Starke Windstöße sind für fast jeden fünften Unfall mit großen Transportern auf Autobahnen verantwortlich. Außerdem warnt der neue Sprinter voraussichtlich vor zu kurzen Bremswegen und löst bei einem drohenden Aufprall eine Notbremsung aus.

Auch Systeme aus der Pkw-Oberklasse wie ein Totwinkel- und Spurhalteassistent oder eine Rückfahrkamera werden wohl verfügbar sein. Über Preise und Absatzprognosen sagt Daimler nichts. Das neue Modell wird ab Juni verkauft und ab September ausgeliefert.

Hier geht es zur Bilderstrecke: 50 Jahre Daimlerwerk in Düsseldorf

(RP/csi)