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Covestro: Stellenabbau nach Gewinneinbruch - 900 Mitarbeiter betroffen

900 Mitarbeiter betroffen : Gewinneinbruch bei Covestro - Stellenabbau kommt

Der Leverkusener Kunststoff-Konzern kommt in raue See: 2018 ging der Gewinn bereits zurück, in diesem Jahr droht gar eine Halbierung. Nun soll das Sparprogramm mit dem Abbau von 900 Stellen helfen.

Eine kurze Zeit war Covestro der Liebling der Anleger: Kaum hatte Bayer seine Kunststoffsparte abgespalten und an die Börse gebracht, sprudelten die Gewinne und die Aktie stieg in den DAX auf. Nun kommt der Einbruch: Im vergangenen Jahr ging der Gewinn (vor Zinsen, Steuern, Abschreibung, Ebitda) um 6,8 Prozent auf 3,2 Milliarden zurück. Für das laufende Jahr erwartet Covestro nur noch einen Gewinn von 1,5 bis 2,0 Milliarden Euro – also möglicherweise eine Halbierung.

Das kam an der Börse nicht gut an. Die Aktie startete am Montagmorgen gleich mit Verlusten. Da half es auch nichts, dass Covestro die Anleger mit einer steigenden Dividende umgarnte. Diese soll nun 2,40 Euro je Aktie betragen, nach 2,20 Euro im Vorjahr.

„Für 2019 erwarten wir zwar weiter eine steigende Nachfrage, gleichzeitig werden die Margen aufgrund des Wettbwerbsdrucks deutlich sinken“, sagte Finanzvorstand Thomas Toepfer. Einige Zeit hatte Covestro davon profitiert, dass Wettbewerber unter anderem aus technischen Gründen ihre Anlagen nicht am Netz hatten. Doch das änderte sich schon 2018: Hier brach beim großen Geschäftsfeld Polyurethane (Schaumstoffe) der Gewinn bereits um 19 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro ein. Erstmals stand weltweit keine einzige Anlage von Konkurrenten mehr still. Auch im Lack-Geschäft ging der Gewinn bereits leicht auf 464 Millionen Euro zurück. Nur bei den Polycarbonaten (Hartplastik, CD-Hüllen) legte der Gewin noch kräftig zu auf 1,0 Milliarden Euro. Zu schaffen machten dem Konzern auch die steigenden Logistikkosten, die aus dem niedrigen Rheinpegel im Sommer und Herbst resultierten.

Nun versucht Covestro mit einer Doppelstrategie durch das Tal zu kommen: „Zu den wichtigen Initiativen zählen Investitionen in Geschäftsfelder mit überdurchschnittlichem Nachfragepotenzial und verstärkter Fokus auf Effizienz“, sagt Covestro-Chef Markus Steilemann. Das heißt: Covestro will gezielter zukaufen und kräftig sparen. Der Leverkusener Konzern hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, 900 der weltweit 16.000 Stellen bis Ende 2020 zu streichen, davon 400 in Deutschland. Und zwar vor allem in der Verwaltung. In Deutschland sei in erster Linie Leverkusen betroffen, hatte Steilemann bereits zum Jahreswechsel gesagt. Zugleich soll nun eine zentrale Marketing-Abteilung geschaffen werden.

Spätestens 2021 will der Konzern auf Kosteneinsparungen von 350 Millionen Euro pro Jahr kommen. In Baytown/Texas will der Konzern nun eine neue Fabrik (World-Scale-Anlage) für das Hartschaum-Vorprodukt MDI bauen. Zudem soll das Geschäft weniger konjunkturabhängig werden.