Covestro-Gewinn bricht ein

Krise in der Autoindustrie : Covestro-Gewinn bricht ein

Der Leverkusener Dax-Konzern macht im dritten Quartal nur noch halb so viel Gewinn. Covestro kann nicht länger von der Schwäche der Konkurrenten profitieren. Die Aktie gibt nach.

Für den Kunststoffhersteller Covestro geht die Talfahrt weiter. Im dritten Quartal brach der Gewinn (Ebitda) gegenüber dem Vorjahr um die Hälfte auf 425 Millionen Euro ein, wie der Leverkusener Dax-Konzern mitteilte. Dafür sind vopr allen zwei Gründe verantwortlich: Zum einen leidet Covestro unter der Krise des wichtigsten Kunden, der Autoindustrie. Zum anderen kann Covestro nicht länger von der Schwäche der Konkurrenten profitieren. 2018 hatten bei BASF und asiatische Konkurrenten Werke stillgestanden, das erlaubte es Covestro, viel Kunststoff zu hohen Preisen zu verkaufen. Nun laufen die Werke wieder. Der Preisdruck schlug sich bei Covestros großen Sparten (Polyurethane, Polycarbonate) nieder, obwohl beide dank der Nachfrage von Bau- und Elektroindustrie mehr Menge absetzen konnten. Der Konzernumsatz sank im dritten Quartal um 15 Prozent auf 3,2 Milliarden.

Covestro hatte 2018 selbst von einer Sonderkonjunktur gesprochen, die auch den Aufstieg in den Dax möglich gemacht hatte. „Das Vorjahresquartal war noch von außergewöhnlich hohen Margen geprägt, weshalb der Rückgang bei Umsatz und Ergebnis im Jahresvergleich unseren Erwartungen entspricht“, sagte Finanzchef Thomas Toepfer. Und so konnte er immerhin den Ausblick bestätigen: „Wir gehen weiter davon aus, unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen.“ Am Ende soll für 2019 ein Gewinn zwischen 1,57 bis 1,65 Milliarden Euro stehen. Womöglich wäre die Aktie sonst noch stärker gefallen. Sie schloss am Montag mit rund drei Prozent im Minus und notierte bei gut 45 Euro. Zu den Hochzeiten Anfang 2018 hatte sie bei 94 Euro gestanden.

Im Juli hatte Steilemann betont, dass es über den bekannten Abbau von 900 Arbeitsplätzen hinaus keine weitere Stellenstreichungen geben soll. Covestro hatte 2018 angekündigt, bis Ende 2020 weltweit 900 Stellen abzubauen, davon 400 in Deutschland. Der Abbau zielt vor allem auf die Verwaltung, die nach der Loslösung vom Mutterkonzern Bayer schlanker aufgestellt werden soll. Betriebsbedingte Kündigungen sind ohnehin bis 2025 ausgeschlossen. Covestro hat 17.000 Mitarbeiter, knapp 5000 davon in NRW, vor allem in Leverkusen, Dormagen, Krefeld.