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Coronakrise: Carsten Spohr hält Staatshilfe für Lufthansa für legitim

Airline in der Krise : Spohr hält Staatshilfe für Lufthansa für legitim

Der Chef der Lufthansa, Carsten Spohr, hält staatliche Hilfsgelder für Deutschlands größte Fluggesellschaft für "legitim". Denn die Corona-Krise sorge für einen Ausnahmefall, während Lufthansa eigentlich profitabel und konkurrenzfähig sei,

Das sagte Spohr dem Magazin "Spiegel" nach einem Vorabbericht vom Freitag. "Kurzfristig geht es um Liquidität, mittel- und langfristig um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Airlinebranche." Er spüre eine große Entschlossenheit in Berlin und "in unseren Heimatmärkten, dass Lufthansa im globalen Wettbewerb bestehen soll und muss". Über die Höhe möglicher Hilfen äußerte sich Spohr nicht. Der Tourismuskonzern TUI erhält als eines der ersten Großunternehmen einen KfW-Kredit über 1,8 Milliarden Euro.

Zuvor hatte ein Lufthansa-Sprecher gesagt, bisher habe man keinen Antrag auf öffentliche Finanzhilfen gestellt. Derzeit sei man aber mit verschiedenen Banken und staatlichen Stellen im Gespräch, welche Art von Hilfen möglich sei. Die Fluggesellschaft hat wegen der Coronakrise ihren Flugbetrieb laut Spohr auf weniger als fünf Prozent zurückgefahren. Etwa 700 der rund 760 Lufthansa-Maschinen sind am Boden. Deshalb meldet die Lufthansa für die nächsten fünf Monate Kurzarbeit an. Die Maßnahme gilt für rund 31.000 Beschäftigte der Kernmarke. Mit den Vertretern der Kabinen-Mitarbeiter und dem Bodenpersonal habe man sich bereits darüber geeinigt, mit den Piloten sei man auf einem guten Weg, teilte der Konzern mit.

Spohr geht davon aus, dass die Weltwirtschaft nach der Corona-Krise kleiner und "die Globalisierung ein Stück weit zurückgedreht wird". Das werde die Luftfahrt stark treffen. "Deshalb spielen wir derzeit verschiedene Szenarien für eine kleinere Lufthansa durch." Man werde versuchen, möglichst alle Mitarbeiter an Bord zu halten. "Das wird allerdings nur mit innovativen Ideen wie etwa einer übergreifenden Teilzeit für alle Beschäftigungsgruppen gelingen."

(felt/Reuters)