China-Connection der Deutschen Bank

Frankfurt : Die China-Connection der Deutschen Bank

Sollten Geldgeschenke und Gefälligkeiten die Geschäfte in China erleichtern? Die Deutsche Bank betont, sie habe die Vorfälle aufgearbeitet und die Kontrollen verbessert.

Mit Geldgeschenken und Gefälligkeiten könnte die Deutsche Bank in der Vergangenheit versucht haben, Zugang zu Politikern und Persönlichkeiten in China zu bekommen. Das haben Recherchen von „New York Times“, „Süddeutscher Zeitung“ und WDR ergeben. Eine Auswertung bankinterner Unterlagen zeige, dass die Bank zwischen 2002 und 2014 Geschenke und Gefälligkeiten in Richtung Peking verteilt habe. Die US-Wertpapieraufsicht SEC hatte bereits im August mitgeteilt, dass die Bank im Rahmen eines Vergleichs wegen fragwürdiger Einstellungspraktiken in China 16 Millionen Dollar gezahlt hat.

Den Medienberichten zu Folge hat die Bank mehr als hundert Angehörige einflussreicher Chinesen angestellt, dabei handelte es sich meist um Kinder hochrangiger Kader, Beamter oder Manager staatseigener Betriebe. Auch seien über eine dubiose Beraterfirma 100.000 Dollar geflossen. Zudem habe das Institut Politikern wie Präsident Jiang Zemin oder Ministerpräsident Weng Jiabao teure Geschenke gemacht, darunter ein Kristalltiger für 15.000 Euro.

Die Bank teilte mit, die Vorfälle reichten bis 2002 zurück, seien aber angemessen behandelt worden. „Die Deutsche Bank führt aus eigenem Antrieb interne Untersuchungen durch, um Fehler und Mängel in der Vergangenheit zu identifizieren und zu beheben“, sagte ein Sprecher. „Im Ergebnis meldete sie bestimmtes Fehlverhalten den entsprechenden Behörden“. In der Folge habe die Bank Richtlinien und Kontrollen verbessert und Maßnahmen gegen Schwachstellen ergriffen. Ähnlich verhält es sich nach Ansicht der Bank mit anderen Lasten der Vergangenheit. So steht der Verdacht im Raum, die Bank habe verdächtige Transaktionen im Zusammenhang mit der Danske Bank nicht rechtzeitig offengelegt. Bereits im September waren Beamte der Staatsanwaltschaft Frankfurt und des Bundeskriminalamtes in der Bank und hatten Unterlagen sichergestellt. Bei den Ermittlungen geht es um den Verdacht der Beihilfe zur Geldwäsche.

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