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Korruptionsverdacht erschüttert Finmeccanica: Chef von Rüstungskonzern festgenommen

Korruptionsverdacht erschüttert Finmeccanica : Chef von Rüstungskonzern festgenommen

Nach monatelangen Ermittlungen ist der Chef des italienischen Rüstungskonzerns Finmeccanica, Giuseppe Orsi, Medienberichten zufolge festgenommen worden. Die Polizei habe ihn am Dienstag wegen des Verdachts auf Bestechung und Unterschlagung festgenommen, hieß es.

Orsi und weitere Manager der Firma sollen in Indien Bestechungsgelder gezahlt haben, um die Regierung zum Kauf von zwölf Hubschraubern der Marke AgustaWestland im Jahr 2010 zu bewegen.

Der zuständige Richter in Busto Arsizio in der Nähe von Mailand habe auch Haftbefehl gegen den Chef von AgustaWestland, Bruno Spagnolini, erlassen, berichteten die italienischen Medien weiter. Der Vorwurf laute auch hier auf internationale Korruption. Zwei weitere verdächtige Manager, Guido Haschke und Carlos Gerosa, leben in der Schweiz; für sie beantragte der Richter die Auslieferung nach Italien.

Größter Aktionär von Finmeccanica mit 30,2 Prozent ist der italienische Staat. Finmeccanica ist - weniger als zwei Wochen vor der Parlamentswahl - nicht das einzige Unternehmen in juristischen Schwierigkeiten. Erst in der vergangenen Woche eröffnete die Mailänder Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den Chef des Energiekonzerns Eni, Paolo Scaroni, wegen des Verdachts auf Korruption.

Seit Wochen für Schlagzeilen sorgt auch die älteste Bank der Welt, die Banca Monte dei Paschi di Siena, die mit riskanten Derivate-Geschäften hunderte Millionen Euro Verlust gemacht hatte und nun eine Milliardenhilfe vom Staat bekommt.

(AFP/jre/rm)