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Personalabbau unausweichlich: Chancen für Märklin

Personalabbau unausweichlich : Chancen für Märklin

Göppingen/Nürnberg (RPO). Kann Märklin gerettet werden? Märklin-Insolvenzverwalter Michael Pluta sieht gute Chancen, den traditionsreichen Modellbahnhersteller wieder aufs Gleis zurückzubringen. "Märklin ist eine sehr starke Marke und eine, die positive Emotionen weckt."

Das 150 Jahre alte Unternehmen habe große Chancen, die Krise zu meistern, weil es einen guten Namen habe, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter am Donnerstag auf der Spielwarenmesse in Nürnberg der AP weiter. Die Mitarbeiter im Stammwerk im schwäbischen Göppingen wurden auf einer Betriebsversammlung informiert.

Nach Einschätzung von Renate Gmoser von der IG Metall wird eine Sanierung des Unternehmens sicher nicht ohne Personalabbau über die Bühne gehen. Man brauche zudem nicht nur einen Geldgeber. Der zukünftige Investor müsse sich auch mit dem Betrieb und dem Produkt auseinandersetzen. Der Insolvenzverwalter hofft bei seiner Suche nach einem Investor vor allem auf mittelständische Unternehmen. Erste Gespräche sollten noch auf der Spielwarenmesse geführt werden.

Die Stimmung unter den Beschäftigten "ist nicht sehr rosig", wie der stellvertretende Märklin-Betriebsratsvorsitzende Jan Kosak auf Anfrage sagte. Die Beschäftigten warteten seit fünf Wochen auf ihr Gehalt. Sie hätten nun erst einmal Anspruch auf Insolvenzausfallgeld vom Arbeitsamt. Märklin beschäftigt derzeit rund 1.300 Mitarbeiter, davon rund 700 in Deutschland.

Häufige Managementwechsel kritisiert

Der Betriebsrat hatte schon seit Monaten ein Konzept von der Märklin-Geschäftsführung zur Rettung des Unternehmens angemahnt. Die Arbeitnehmervertreter hatten vor allem die häufigen Wechsel im Management bei Märklin kritisiert.

Das 150 Jahre alte Unternehmen hatte am Mittwoch in Göppingen Insolvenz angemeldet. Die Banken hatten eine Kreditlinie von 50 Millionen Euro nicht verlängert. Pluta hofft, dass der ungarische Standort Györ mit 600 Beschäftigen von der Pleite nicht betroffen sein wird.

(AP)