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20 Cent teurer: Butterpreise — jetzt ziehen die anderen nach

20 Cent teurer : Butterpreise — jetzt ziehen die anderen nach

Düsseldorf/Berlin (RP). Bei Aldi ist der Preis für Butter um 20 Cent gestiegen. Ab heute ziehen die anderen Lebensmittelketten nach, wie eine Umfrage unserer Redaktion ergab. Die Milchbauern hoffen, dass auch der Milchpreis bald wieder klettert.

Die Preiserhöhung für Butter beim Lebensmitteldiscounter Aldi setzt die Konkurrenz unter Druck. Einen Tag, nachdem Aldi den Preis um 20 Cent angehoben hat, werden ab heute die anderen großen Lebensmittelketten nachziehen. Dies ergab eine Umfrage unserer Zeitung. Das lässt auch die Bauern auf steigende Milchpreise hoffen.

"Wir erhöhen unseren Butterpreis von 65 auf 85 Cent pro 250-Gramm-Packung. Natürlich bewegen wir uns mit den Discountern mit, um uns gut zu schlagen", berichtet eine Sprecherin von Kaiser's Tengelmann in Viersen. Aber auch die Produzenten hätten ihre Konditionen angehoben, erklärt sie. Zuvor hatte Aldi den Preis ebenfalls von 65 auf 85 Cent erhöht — immerhin um gut 30 Prozent.

Edeka will nachziehen

Auch Edeka will bei der Butter der Eigenmarke "Gut & Günstig" an der Preisschraube drehen. "Das Angebot ist im vergangenen Monat zurückgegangen. Mit der Preiserhöhung passen wir uns dem Markt an", sagt ein Edeka-Sprecher. Als Zeitpunkt nannte er "die nächsten Tage".

Die Metro-Tochter Real wird ebenfalls reagieren — nur der Zeitpunkt steht noch nicht fest. Das Unternehmen wolle "zu gegebener Zeit auf die Preisveränderungen reagieren", teilte eine Sprecherin mit. Das werde die Real-Discountmarke "Tip" betreffen. Zur Begründung führte die Sprecherin an, dass "die Kunden die gleichen Preise wie bei den Discountern erwarten". Die Rewe-Gruppe kündigte an, dass auch die Marken Rewe und Penny die "Preise für Butter im Rahmen der allgemeinen Veränderung des Preisniveaus anheben werden". Lidl wollte noch keine Stellung nehmen. F

ür Hans Foldenauer, Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter, ist die Anhebung des Butterpreises eine Konsequenz der aktuellen Marktlage: "Der Beschaffungspreis für die Händler ist im Oktober von 2,40 Euro auf 3,05 Euro gestiegen. Die Lebensmittelketten mussten reagieren."

Dass die Butter teurer wird, lässt auch die Milchbauern auf bessere Zeiten hoffen. Aus ihrer Sicht ist der Milchpreis viel zu niedrig. Derzeit bekommen sie pro Liter zwischen 20 und 25 Cent. Um kostendeckend zu wirtschaften, müssen nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter etwa 40 Cent pro Liter bezahlt werden.

"Wir fordern die neue Regierung auf, Druck auf die EU-Kommission auszuüben, endlich schnelle Sofortmaßnahmen auf den Weg zu bringen", sagte Bauernpräsident Gerd Sonnleitner.

Die bereits beschlossene Anhebung der Milchquoten für die kommenden Jahre müsse ausgesetzt werden. Die EU müsse den Milchabsatz im In- und Ausland ankurbeln.

Hier geht es zur Bilderstrecke: 2009: Milchbauer-Demo vor Staatskanzlei

(RP)