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Burger King kündigt Yi-Ko-Holding wegen nicht eingehaltenen Arbeitsbedingungen

Nach Hygiene-Skandal : Burger King kündigt Betreiber von 89 Filialen

Die Fast-Food-Kette Burger King hat der Holding eines Franchise-Unternehmers fristlos gekündigt. Die Kündigung erfolgt, weil mehrfach vertraglich festgelegte Arbeitsbedingungen nicht eingehalten wurden.

Von der Kündigung sind alle 89 Flilialen der "Yi-Ko-Holding" betroffen, hinter der die Unternehmer Ergün Yildiz und Alexander Kolobov standen, dies gab der Mutterkonzern "Burger King Europe" am Mittwoch bekannt. Die Kündigung erfolge, weil die Holding sich mehrfach nicht an Vereinbarung gehalten hatte.

Die Arbeitsbedingungen der insgesamt 3000 Mitarbeiter seien nicht angepasst worden. Die Probleme mit der "Yi-Ko-Holding" hätten letztendlich auch das Fortbestehen der restlichen Restaurants in Deutschland und die insgesamt 25.000 Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet. Wie unserer Redaktion bestätigt wurde, fehlte in mehreren Filialen Personal. Schichten waren unterbesetzt.

Mitarbeiter der RTL-Sendung "Team Wallraff" hatten bereits im April verdeckt ermittelt und zahlreiche Verstöße gegen Hygiene-Vorschriften vorgefunden. Zudem hatten sie festgestellt, dass Mitarbeiter nicht ausreichend entlohnt wurden. In einer Filiale in Ratingen hatten die Journalisten sogar Darmkeime ausgemacht. Neben Ratingen waren unter anderem auch Restaurants unter der Führung der "Yi-Ko-Holding" in Mönchengladbach und Leverkusen betroffen.

"Yi-Ko-Holding" war zu Änderungen nicht bereit

Im Mai hatte Burger King bekannt gegeben, dass Ergün Yildiz als Geschäftsführer der "Yi-Ko-Holding" zurückgetreten sei. Wie Burger King mitteilte, habe man sich gemeinsam auf diese "Managementveränderung" geeinigt. Seitdem war Ergün Yildiz passiver Gesellschafter. Doch wie Burger King nun mitteilte, habe sich Yildiz nicht an die Vereinbarungen gehalten und weiterhin in das operative Geschäft eingegriffen. "Burger King Europe" hat nach Angaben des Unternhemens zwar versucht, die Missstände zu beheben, doch sei die Holding "nicht bereit" gewesen, die Standards von Burger King zu erfüllen. Da es Schulungen für die Mitarbeiter von "Yi-Ko" gegeben hatte, sei davon auszugehen, dass Änderungen wissentlich nicht umgesetzt wurden. Eine für die Holding hinterlegte Telefonnummer ist nicht mehr geschaltet, "Burger King Europe" wollte mit Hinweis auf das beendete Geschäftsverhältnis keine Kontaktdaten weiterletien. So konnte unsere Redaktion Ergün Yildiz nicht erreichen.

Nachfolgerin von Yildiz wurde Nicole Gottschalk, die zuvor für Burger King die Franchise-Nehmer betreute. Zudem mussten seit Mai sämtliche Veränderung im operativen Geschäft, der Mitarbeiterschulung und der Arbeitsbedingungen von Burger King überprüft und freigegeben werden. Doch auch die Hilfe von Managern sowie die Überwachung durch den Mutterkonzern, konnten die Missstände in den Filialen nicht dauerhaft verbessern.

Was aus den Filialen wird

Deutschlandweit stehen nun 89 Filialen ohne Franchise-Nehmer dar. Es stellt sich die Frage, ob ein anderer Unternehmer die Filialen übernimmt oder Burger King einen Teil der Restaurants in Eigenregie führt. Die externe Presseagentur von Burger King verweist gegenüber unserer Redaktion darauf, dass es noch zu früh sei, über die Zukunft der Filialen zu sprechen. So sei die Kündigung des Franchise-Vertrages erst gestern erfolgt.

Zwei Filialen waren bereits geschlossen

Nach dem Bekanntwerden des Hygieneskandals hatte Burger King bereits zwei Filialen schließen lassen. Zudem hatte das Unternehmen Expertenteams gegründet, die verstärkt die Hygiene in den Restaurants untersuchen sollten. Im Rahmen des Skandals war jedoch auch bekannt geworden, dass nicht nur bei Burger King selbst bisher nicht ausreichende Kontrollen durchgeführt wurden. Auch die Kommunen und die dort ansässigen Lebensmittelkontrolleure waren nur selten in den Filialen. Die Stadt Mönchengladbach hatte im Mai erklärt, dass aufgrund der großen Anzahl an Gastronomiebetrieben nur alle 18 Monate eine Kontrolle in den Burger-King-Restaurants stattfinden könne.

Hier geht es zur Infostrecke: Burger King: Bei diesen Filialen war Ergün Yildiz Franchisenehmer

(ac)